Freitag, 05. April 2019

Eine Nacht mit „Tief Philipp“: Regen, Schnee und viele Einsätze

„Tief Philipp“ hat wie versprochen seine nasskalten Spuren hinterlassen, teilweise bis ins Tal. Die Kaltfront brachte nicht nur Regen und Schnee mit sich, sondern hielt auch die Feuerwehren im ganzen Land auf Trab. Die STOL-Bildergalerie zeigt einige Eindrücke der Einsätze.

Die Straße ins Schnalstal ist bei Vernagt durch eine Schneelawine verlegt worden. - Foto: Video Aktiv Schnals
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Die Straße ins Schnalstal ist bei Vernagt durch eine Schneelawine verlegt worden. - Foto: Video Aktiv Schnals

Am stärksten waren die Niederschläge in der Nacht auf Freitag, berichtet Landesmeteorologe Dieter Peterlin.

„Beeindruckende Neuschneemengen gibt es vor allem auf der Achse Ulten-Passeiertal, aber auch in den Dolomiten. Seit Dienstagabend fielen 135 Zentimeter Neuschnee auf den Rossbänken in Ulten, davon 90 Zentimeter alleine seit Donnerstag.“

In Grünboden bei Pfelders wurde 105 Zentimeter gemessen, in Obereggen 100 Zentimeter, Rotwandwiesen/Sexten 85 Zentimeter, Timmelsalm 80 Zentimeter und Madritsch/Sulden 75 Zentimeter.

Auch auf der Seiser Alm liegen über 40 Zentimeter Neuschnee. - Foto: Hannes Tröbinger 

Die Schneefallgrenze war über Nacht auf 1200 bis 800 Meter gesunken. „Nun ist der Höhepunkt überschritten, am Vormittag klingen die Niederschläge von Westen her ab“, so Peterlin.

Steinschlag, gefällte Bäume und verlegte Straßen

Die Landesnotrufzentrale, die Berufsfeuerwehr und die Freiwilligen Feuerwehren von Südtirol haben eine lange Nacht hinter sich. 

Nahe der Brauerei Forst kam es gegen 5 Uhr zu einem Steinschlag, die Straße musste daraufhin gesperrt werden. Ein Fahrzeug prallte gegen einen der auf die Straße gestürzten Felsbrocken. Der Lenker wurde zur Kontrolle ins Krankenhaus gebracht, blieb aber glücklicherweise nur leicht verletzt. 

Wegen eines Steinschlags auf der Töll musste die Straße gesperrt werden. - Foto: FFW Algund

Wegen eines Steinschlags auf der Töll musste die Straße gesperrt werden. - Foto: FFW Algund

Auch der Bahnhof musste aufgrund von eindringenden Wassermassen gesperrt werden, die Bahn hat am frühen Vormittag ihren Dienst wieder aufgenommen.

Im Eggental wurde die Eggentaler Straße auf der Höhe vom Löwenwirt kurzzeitig von einem Baum verlegt, konnte anschließend jedoch wieder geöffnet werden.

Aber auch sonst standen die Funkgeräte der Wehrleute seit den frühen Abendstunden kaum still: Im ganzen Land kam es aufgrund von Wasserschäden, gefallenen Bäumen oder Ästen und Erdrutschen sowie Steinschlägen immer wieder zu Einsätzen, darunter in Sulden, Stilfs, Lengstein, St. Ulrich, Gummer, Steinegg, Petersberg, Wolkenstein und Corvara.

In Vals fiel ein Baum auf die Hochspannungsleitungen, dort herrschte am Freitagmorgen teilweise Stromausfall.

Foto: FFW Wolkenstein

Foto: FFW Wolkenstein

Im Schnalstal hat eine Schneelawine die Straße verlegt. Sie ist bei Vernagt bis Kurzras gesperrt und wird am Freitag auch nicht mehr geöffnet. Auch bei Unserfrau ist eine Schneelawine bis auf die Straße abgegangen. 

„Lage nicht beunruhigend“

„Glücklicherweise waren es überall nur kleinere Einsätze, nichts davon war wirklich beunruhigend“, erklärt ein Sprecher aus dem Lagezentrum der Berufsfeuerwehr. Außerdem sei man durch das frühzeitige Ausrufen der Aufmerksamkeitsstufe „Alfa“ vorbereitet gewesen.

Mehrere Straßen wurden aus Sicherheitsgründen oder aufgrund des Unwetters gesperrt, berichtet die Landesverkehrsmeldezentrale.

Auch in Marling mussten die Wehrleute nach einem Steinschlag Aufräumarbeiten erledigen. - Foto: Video Aktiv Schnalstal

Auch in Marling mussten die Wehrleute nach einem Steinschlag Aufräumarbeiten erledigen. - Foto: Video Aktiv Schnalstal

stol/liz

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