Nicht jeder Jugendliche mag Jugendzentren. Da stellt sich für die professionelle Jugendarbeit die Frage, wie diese jungen Menschen erreicht werden könnten? Die Lösung: Man wird mobil.<BR /><BR /><BR />Arbeit mit und für Jugendliche kann grundsätzlich an 2 Orten erfolgen: in eigens gebauten Einrichtungen wie Jugendzentren bzw. Jugendhäusern oder dort, wo sich die jungen Menschen darüber hinaus aufhalten. <BR />Letzteren Ansatz verfolgt das Konzept der mobilen Jugendarbeit im Vinschgau. Im Malser Gemeinderat wurde darüber gesprochen – immerhin sind es letzten Endes ja auch die Gemeinden, welche die Jugendarbeit im Einzugsgebiet finanziell (mit-)unterstützen.<BR />Tobias Stecher vom Jugenddienst Obervinschgau stellte das Mobilkonzept vor und bedankte sich auch dafür, dies tun zu dürfen. Die Gemeinderäte sollten nachvollziehen können, was man tut und warum man es tut, sagte er. Das sei wichtig, die Arbeit mit Jugendlichen sei wesentlich für die Entwicklung der Gesellschaft.<h3> Alles dreht sich um die Jugendlichen</h3>„Es geht immer um ihre Bedürfnisse“, erklärte Tobias Stecher und bezog sich damit natürlich auf die jungen Menschen. Man sei personell zwar unter Druck, bemühe sich aber, alle 52 Ortschaften im Vinschgau zu bearbeiten. Dafür steht ein Wohnmobil zur Verfügung, dieses ist Anlaufstelle und aufgrund seiner Gestaltung auch sofort erkennbar. Dann kommen die Jugendlichen entweder von selbst auf Fahrzeug und Mitarbeiterin zu oder sie werden angesprochen. Das funktioniere sehr gut, die Jugendlichen seien großteils sehr offen und gesprächsbereit. <BR /><BR />Man begleitet z. B. ihre Projektvorschläge, berät und informiert, ist Verbindungsglied zu öffentlichen Verwaltungen und dergleichen mehr. Wichtig sei, dass junge Menschen Orte hätten, an denen sie sich wohlfühlten. Sie dürften nicht an den Rand von Ortschaften verbannt werden – nach dem Motto „aus den Augen, aus dem Sinn“. Vielmehr solle Jugendarbeit im Zentrum der Gesellschaft und der Orte stehen, denn immerhin würden die Jugendlichen von heute die Politik von morgen bestimmen und die Gesellschaft von morgen gestalten.<h3> Jugendliche wollen und müssen eingebunden werden</h3>Es sei auch wichtig, Jugendliche in Projekte, die sie betreffen, von Beginn an einzubinden, sagte der Jugenddienst-Leiter. Mitunter seien Projekte für Kinder und Jugendliche zwar gut gemeint, aber im Endeffekt nicht zielführend. Außerdem sei die Zusammenarbeit aller Akteure wichtig, wobei sich Stecher unter anderem auf die vielen Vereine bezog, welche ebenfalls Jugendarbeit betreiben. <BR /><BR />Es wäre schön, wenn Jugendarbeit im und mit dem Dorf geschehe, sagte er weiters und dankte der Gemeinde Mals bzw. unter anderem Bürgermeister Josef Thurner und Referent Günther Wallnöfer für das offene Ohr, das diese stets hätten. Letzterer gab den Dank zurück und zeigte sich beeindruckt von der professionellen Arbeit des Jugenddienstes bzw. seiner mobilen Version. <h3> Corona hat etwas mit den Jugendlichen gemacht</h3>Ratsmitglied Andreas Bernhart fragte nach, wie sich Corona ausgewirkt habe. Was könne ein Jugendarbeiter oder eine Jugendarbeiterin in diesem Zusammenhang sagen? Tobias Stecher erwiderte, dass es in der langen Zeit von Corona und Lockdowns zu viel Verdrängung gekommen sei, Jugendliche seien bezogen auf Freizeit, Schule und Gesellschaft insgesamt vielfach außen vor geblieben. Darunter habe teils die Sozialkompetenz gelitten. Außerdem sei ein starkes Bedürfnis nach Konsum und Unterhaltung zu bemerken.<BR />