<BR /><BR />Kein Glockengeläut zur späten Stunde, kein gemeinsames „Stille Nacht“ im Kerzenschein: In Mühlwald habe man sich mit der heuer erstmals ausfallenden Christmette schon schwergetan, sagt Dekan Franz-Josef Campidell. Schlussendlich habe man die Entscheidung jedoch „schweren Herzens“ akzeptiert. Anton Auer, der Pfarrer von Mühlwald und Lappach, sei zuletzt krankheitsbedingt ausgefallen. Den Festgottesdienst am Christtag in Mühlwald werde er zwar feiern, „aber zusätzlich die Christmette wäre zu viel gewesen“, so Campidell. „Es konzentriert sich in diesen Tagen alles auf Heiligabend und den Christtag, wo möglichst alles oder sehr viel angeboten werden sollte – dabei werden wir Priester immer weniger, es fehlt einfach das Personal“, sagt er. <h3> Hoffen auf eine Ausnahme</h3>Ganz ohne weihnachtlichen Gottesdienst bleibt Mühlwald dennoch wird. Am Nachmittag wird es die Kindermette als Wortgottesdienst geben. „Sie ist bei uns immer sehr gut besucht“, sagt Pfarrgemeinderatspräsident Hermann Oberbichler. Man habe Verständnis dafür, dass beide Messfeiern heuer nicht möglich seien und freue sich, dass Pfarrer Auer am Christtag die Eucharistie mit der Pfarrgemeinde feiern werde. Zugleich hoffe man, dass die heuer ausfallende Christmette eine Ausnahme bleibe. <BR /><BR />Im Nachbarort Lappach wird es eine Christmette geben: Sie wird um 19 Uhr von Dekan Campidell gefeiert, der zuvor – auch auf Wunsch des Kirchenchores bereits um 16.30 Uhr – die Christmette in Taufers feiern wird. Um 22 Uhr gibt es dort noch eine Hirtenmette als Wortgottesfeier. <BR /><BR />„Natürlich ist die Eucharistie die Hochform der liturgischen Feier, die gemeinsam mit dem Chorgesang auch Weihnachten einen besonders feierlichen Rahmen gibt“, sagt der Dekan. „Aber eine Mette muss nicht unbedingt eine Messe sein.“ Wortgottesfeiern würden vielerorts mit großem Einsatz und kreativen Ideen gestaltet, „in unserer Seelsorgeeinheit werden sie dankbar angenommen“, sagt Campidell. <h3> „Das Bedürfnis, sich zu beheimaten“</h3>Auch Josef Knapp, Dekan in Bruneck, wird gerade um Weihnachten und auch Ostern mit dem Wunsch nach einer Messfeier in der Heiligen Nacht oder der Osternacht konfrontiert. „Man merkt, dass viele das Bedürfnis haben, sich zu beheimaten“, sagt er. Dabei seien aber nicht nur die großen Festtage wichtig, auf die sich alles konzentriere, sondern auch – und vor allem – der Weg dorthin. Das erlebe er etwa bei den morgendlichen Roratefeiern im Advent, die für viele eine „Streicheleinheiten für die Seele“ seien. Auch Knapp betont, dass man versuche, dem Wunsch nach Eucharistiefeiern so weit wie möglich nachzukommen. Gleichzeitig sei aber auch ein Wortgottesdienst „ein großer Reichtum, der aus der Armut bei den geistlichen Berufen erwachsen ist“. Und an diesen Wandel werde man sich Schritt für Schritt gewöhnen müssen.