Mittwoch, 03. Juni 2020

Einfach schwarz: Eine Hommage an George Floyd

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis hat die US-Musikindustrie am Dienstag einen „Blackout Tuesday“ ausgerufen. Unzählige Menschen – auch in Südtirol – reagierten vor allem bei Instagram, veröffentlichten komplett schwarze Bilder und kommentierten sie mit #BlackoutTuesday und #theshowmustbepaused (Die Show muss eine Pause einlegen).

Unzählige Menschen – auch in Südtirol – veröffentlichten in den sozialen Medien als Zeichen gegen Rassismus komplett schwarze Bilder und kommentierten sie mit #BlackoutTuesday und #theshowmustbepaused. - Foto: © stol
Auch zahlreiche Stars, wie etwa Sarah Jessica Parker, Ariana Grande, Cardi B sowie der deutsche Sänger Mark Forster und die Fußballspieler Mario Götze und Jerome Boateng machten bei #Blackout Tuesday mit.

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BLACK LIVES MATTER X,SJ #blackouttuesday

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Als Reaktion auf den seit langem anhaltenden Rassismus und die Ungerechtigkeit gegenüber Menschen mit schwarzer Hautfarbe pausierte die Musikindustrie am Dienstag, schrieben Jamila Thomas und Brianna Agyemang, die beide in der US-Musikbranche arbeiten, auf einer für die Aktion eingerichteten Webseite. „Wir werden nicht mit unserer normalen Arbeit weitermachen ohne Respekt für die Leben von Schwarzen.“


Mit der Aktion #theshowmustbepaused sollte Aufmerksamkeit auf die Ungerechtigkeit gelenkt werden und Menschen dazu aufgefordert werden, einen Tag lang keine Inhalte zu produzieren, sondern sich mit den Vorgängen zu beschäftigen. Dutzende Musiklabels und andere Branchen weltweit schlossen sich an.

Jay-Z schaltete ganzseitige Anzeige für getöteten Floyd

Der US-Musiker Jay-Z (50) legte am Mittwoch noch einen drauf und hat zusammen mit Anwälten, Aktivisten und Opfern von Polizeigewalt Zeitungsanzeigen im Gedenken an den getöteten Afroamerikaner George Floyd geschaltet.



„Als Widmung an George Floyd“ ist die ganzseitige Anzeige mit Auszügen aus einer Rede des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King aus dem Jahr 1965 tituliert.

King bekräftigte damals im US-Staat Alabama, für Freiheit und Gerechtigkeit zu kämpfen und die Stirn zu bieten, auch angesichts von Schlagstöcken, Polizeihunden und Tränengas.

Zusammen mit Jay-Z haben unter anderem Angehörige von Afroamerikanern, die bei Polizeieinsätzen ums Leben gekommen sind, die Anzeige unterschrieben. Unterzeichnet wurde sie auch von der Organisation Innocence Project, die sich bemüht, zu Unrecht Verurteilte aus Gefängnissen zu holen. Die Anzeigen wurden am Dienstag landesweit in großen US-Zeitungen veröffentlicht. Dem Sender CNN zufolge sollten am Mittwoch weitere Seiten erscheinen.

Seit Tagen kommt es in vielen US-Metropolen, aber auch weltweit, zu Demonstrationen gegen Polizeigewalt, Rassismus und soziale Ungerechtigkeit. Auslöser war der Tod Floyds in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota am Montag vergangener Woche. Einer von vier beteiligten Beamten hatte dem 46-Jährigen fast neun Minuten lang sein Knie in den Nacken gedrückt.

Auch in New York protestieren am Mittwoch wieder Tausende gegen Polizeigewalt und Rassismus und fordern gesellschaftliche Veränderungen. Im reuters-Video kommen 6 junge Menschen zu Wort, die sich den Protesten angeschlossen haben.

dpa/stol/vs