Bauernbund-Bezirksobmann des Eisacktals und Wipptals Matthias Braunhofer gibt Einblicke in die aktuelle Situation.<BR /><BR /> Der Wassermangel ist auf eine außergewöhnlich lange Trockenperiode mit anhaltend hohen Temperaturen, geringen Schneereserven und unzureichenden Niederschlägen zurückzuführen. Auch in der Landwirtschaft sind die Folgen deutlich spürbar.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1339536_image" /></div> <BR />SBB-Bezirksobmann <b>Matthias Braunhofer</b> schildert die momentane Situation in beiden Bezirken: „Die Auswirkungen der Wasserknappheit sind unterschiedlich. Es gibt Gebiete, in denen enorme Trockenheit herrscht, und andere, denen es besser geht. Leidtragende sind vor allem ausgesetzte Steil- und Südhanglagen sowie die Almen. Dort gibt es mehrere Quellen, die bereits vollständig versiegt sind. In den unteren Lagen, in denen Weinbau betrieben wird, wurde in der Vergangenheit verstärkt in die Wassereinsparung investiert. Das macht sich jetzt bezahlt und erweist sich in der aktuellen Situation als großer Vorteil.“<BR /><BR />Auch in den Ställen wurden entsprechende Maßnahmen ergriffen, etwa durch sogenannte Kuhduschen, die den Tieren an besonders heißen Tagen Feuchtigkeit spenden.<BR /><BR />Zur ersten Heumahd, die in der Landwirtschaft zu den wichtigsten Grasernten des Jahres gehört, sagt Braunhofer: „In diesem Jahr gab es Ernteeinbußen bis zu 80 Prozent in den angesprochenen ausgesetzten Lagen. Der Verlust in den tieferen Lagen beträgt 30 bis 40 Prozent. Auch der zweite Schnitt, der mancherorts früher als sonst begonnen hat, schwächelt.“ Die Rechnung werde glücklicherweise erst am Ende des Jahres gemacht. „Wir hoffen weiterhin auf ausreichende Niederschläge“, sagt Braunhofer.<BR /><BR />Dennoch sei eine Steigerung der Futtermittelpreise wahrscheinlich. Jeder Betriebsleiter müsse dann selbst entscheiden, ob er Futtermittel zukauft oder Tiere verkauft. „Ich hoffe natürlich, dass Letzteres nicht überhandnimmt“, sagt Braunhofer. <h3>Müssen die Tiere früher von der Alm?</h3>Hält die Trockenheit weiter an, werden die Wiesen auf den Almen in diesem Jahr bald abgeweidet sein und die Tiere müssen früher als sonst ins Tal gebracht werden. Auf der Alm gibt es keine Alternative: Entweder es fallen genügend Niederschläge oder die Tiere müssen ins Tal gebracht werden. „Das bedeutet, dass dann auf Futterreserven zurückgegriffen werden muss, die eigentlich für den Winter vorgesehen sind. Dadurch schrumpfen wiederum die Vorräte“, erklärt Braunhofer. Den Bau von Wasserspeicherbecken auf Almen bezeichnet der Bezirksobmann als Zukunftsmusik, als schwer umsetzbar.<BR /><BR />Trotz der aktuellen schwierigen Situation bleibt er positiv: „Solange es keine schweren Arbeitsunfälle gibt und die Gesundheit von Mensch und Tier gewährleistet ist, werden wir zielstrebig nach Lösungen suchen. Die kommenden Jahre werden durch die allgemeine Veränderung des Klimas mit langen Trockenperioden und extremen Wetterkapriolen zweifellos herausfordernd. Doch Trübsal zu blasen, ist keine Option.“