Donnerstag, 25. Januar 2018

Einkommen: Gender Gap in Südtirol seit 8 Jahren unverändert

Schon seit dem Jahr 2010 bleibt der Gender Gap in Sachen Einkommen in der Privatwirtschaft in Südtirol beinahe unverändert. Es besteht noch immer ein großer Unterschied der Geschlechter, vor allem in Bezug auf das unterschiedliche Einkommen von Männer und Frauen. Warum das so ist und wie viel Unterschied tatsächlich besteht, hat das Landesinstitut für Statistik ASTAT mit einer Studie vom NISF/INPS herausgefunden.

Der Einkommensunterschied zwischen Mann und Frau ist in Südtirol immer noch groß.
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Der Einkommensunterschied zwischen Mann und Frau ist in Südtirol immer noch groß. - Foto: © shutterstock

Das Landesinstitut für Statistik ASTAT hat anhand der NISF/INPS-Daten herausgefunden, dass die durchschnittliche Tagesentlohnung der Südtiroler, die unselbstständig beschäftigt sind, im Jahr 2016 bei 96,56 Euro lag.

Der Unterschied zwischen Männern und Frauen scheint vorerst beträchtlich. Männer verdienen pro Tag durchschnittlich 109,87 Euro, Frauen hingegen nur 76,85 Euro pro Tag. Der Gender Pay Gap beträgt somit 33,10 Euro, beziehungsweise 30 Prozent.

Fast in allen Bereichen besteht in Südtirol eine Gender Pay Gap zu Gunsten der Männer. Die einzige Ausnahme findet sich bei den Lehrlingen, in der Altersklasse bis 19 Jahren und in den Wirtschaftskategorien wie Baugewerbe und Bergbau.

Die vorhandenen Lohnunterschiede lassen sich dennoch nicht eindeutig auf das Merkmal Geschlecht zurückführen. Vielmehr spielen Faktoren wie Alter, Wirtschaftssektor oder Vertragsart eine durchaus maßgebliche Rolle.

Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft und Bruttoentlohnungen nach Geschlecht und Arbetszeit - 2016

Babypause hat großen Einfluss

Mit zunehmendem Alter steigt der Lohnunterschied erheblich. Den bei weitem größten Sprung gibt es zwischen 19 und 34 Jahren. Dies legt den Schluss nahe, dass die Babypause großen Einfluss auf die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern haben kann.

Nur wenige Frauen sind Führungskräfte

Frauen sind traditionellerweise in Sektoren mit niedrigerer Entlohnung beschäftigt, aber auch die Vertragsart, mit der sie angestellt sind, trägt maßgeblich dazu bei, dass der Gender Pay Gap zu ihren Ungunsten bleibt.

42,4 Prozent der Frauen und rund 24,8 Prozent der Männer haben einen Saisonvertrag - dieser wird üblicherweise schlechter bezahlt.

Frauen sind zudem im Vergleich zu den Männern in den höchsten Einkommensklassen in der Unterzahl: Nur 1,4 Prozent der Frauen sind Führungskräfte oder leitende Mitarbeiter, aber 4,0 Prozent der Männer.

Gender Pay Gap seit 2010 nahezu unverändert

Ein Vergleich der Daten zeigt, dass sich der Gender Pay Gap im Laufe der Jahre nicht signifikant verändert hat. 2009 betrug er 16,5 Prozent und bewegt sich seither konstant um die 17 Prozent. 2013 und 2016 waren bisher die einzigen Jahre, in denen die Löhne der weiblichen Beschäftigten stärker gestiegen sind als jene der männlichen.

stol/nad

stol