Der ältere Mann, der allein lebte, war am 8. August tot in seiner Wohnung am St. Vigil-Platz aufgefunden worden, nachdem Bekannte ihn des längeren nicht gesehen und nach ihm gesucht hatten. Bis gestern war noch immer kein Zeitpunkt für eine Beerdigung festgelegt worden, um etwaigen Angehörigen die Möglichkeit zu geben, sich zu melden und sich um die Beerdigung zu kümmern. „Der Verstorbene hat keine Verwandten. Das haben wir überprüft“, sagt Stadtrat Daniele Di Lucrezia, zuständig für das Meldeamt.<BR /><BR />In so einem Fall sei vorgesehen, dass ein Verstorbener anonym beigesetzt werde in Begleitung eines Priesters – in Meran macht dies Dekan Mario Gretter selbst – aber ohne Bekannte, die ihm das letzte Geleit geben möchten. „Oder ein ,Kerzl‘ oder ein ,Bliaml‘ mit auf den letzten Weg geben möchten“, sagt Renate Haspinger, die sich gestern an Bürgermeisterin Katharina Zeller wandte. „Wir sind dabei zu prüfen, was die Gemeinde tun kann. Natürlich werden wir dafür sorgen, dass es eine angemessene Beerdigung gibt“, ließ die Bürgermeisterin wissen.<BR /><BR />Romeo Abolis sei im St. Vigil-Viertel sehr bekannt gewesen, „da er als Schülerlotse die Grundschulkinder mit dem Bus nach Sinich zur Schule begleitete und dann wieder zurück“, sagt Gemeinderätin Paola Zampieri. „Er war sehr beliebt bei den Schulkindern“, sagt eine Bekannte, die selbst nach dem Mann gesucht hatte.<BR /><BR />„Gibt es keine Hinterbliebenen und trägt die Allgemeinheit die Kosten, wird der Verstorbene in anonymer Form in einem sehr einfachen Sarg im Gemeindefeld beigesetzt – mit Kreuz und Namen. Das Grab wird von uns gepflegt“, sagt Viktoria Gabl, Leiterin der Dienststelle der Gemeinde für Friedhofsdienste. <BR /><BR />Nun könnte es aber sein, dass sich Freunde und Bekannte zusammentun und Spenden sammeln, damit eine Trauerfeier samt Verabschiedung trotzdem stattfinden kann.