Zu Beginn schien der Einsatz unproblematisch: Der Mann wirkte zunächst nicht gefährlich. Doch während der Fahrt im Rettungswagen sei die Situation plötzlich eskaliert: Der Mann soll ein Messer gezogen und die Besatzung damit bedroht haben. Der Rettungssanitäter und der Krankenpfleger befanden sich zu diesem Zeitpunkt allein im Fahrzeug. Dabei hatten sie keine Möglichkeit zur Selbstverteidigung.<BR /><BR />Als der Rettungswagen die Notaufnahme des Trienter Krankenhauses erreichte, gelang es dem Krankenpfleger und dem freiwilligen Helfer, sich in Sicherheit zu bringen. Der Mann hingegen konnte in diesem Moment fliehen. Kurz darauf wurde er jedoch von einer Polizeistreife aufgegriffen, die inzwischen alarmiert worden war.<h3> Zwangseinweisung in die Psychiatrie</h3>Die Beamten brachten ihn zurück in die Notaufnahme, damit er die notwendige Behandlung erhält. Dort hätte der Mann jedoch die Einweisung verweigert und sich eigenständig entschieden, das Krankenhaus wieder zu verlassen. <BR /><BR /> In der Folge soll er sich unter ein Auto geworfen haben, das von einer Frau gelenkt wurde, die gemeinsam mit einem Kind unterwegs war. Zudem ging er auch auf einen Beamten der Stadtpolizei los, der versuchte, ihn zu stoppen. Schließlich wurde der Mann erneut angehalten und ins Krankenhaus gebracht, um eine stationäre psychiatrische Zwangsbehandlung („trattamento sanitario obbligatorio“, kurz TSO) durchzuführen.<h3> Mehr Schutz für medizinisches Personal gefordert</h3>Im Zusammenhang mit dem Vorfall und den wiederholten Gewaltausbrüchen gegen medizinisches Personal meldete sich Cesare Hoffer, Sekretär der Gewerkschaft Nursing Up, zu Wort. Er forderte eine deutliche Verstärkung der Polizeikräfte, damit bei Alarmierungen durch Ambulanz- oder Krankenhauspersonal sofort eingegriffen werden könne. Außerdem brauche es eine Aufstockung der Einsatzteams, damit sich Sanitäter niemals allein im Rettungswagen befänden. „Es müssen immer mindestens zwei Personen zusätzlich zum Fahrer da sein“, so Hoffer.<BR /><BR />Der Gewerkschafter kritisierte zudem, dass diese Mindestbesetzung zunehmend nicht eingehalten werde, da Rettungswagen oft nur mit Fahrer und Krankenpfleger unterwegs seien. Dadurch müsse der Pfleger häufig allein sehr riskante Situationen bewältigen.<h3> Risiko müsse anerkannt werden</h3>Seit Langem fordere die Gewerkschaft außerdem eine stärkere Anerkennung und Aufwertung der Rolle des Krankenpflegers, der mit hoher Autonomie und Professionalität arbeite. Ebenso müsse das Risiko, dem Einsatzkräfte bei jedem Notruf ausgesetzt seien – insbesondere bei Einsätzen auf der Straße oder außerhalb des Krankenhauses – klar anerkannt werden.