Freitag, 20. März 2020

Einschränkungen bleiben in Österreich bis 13. April aufrecht

Die strengen Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Österreich zur Eindämmung des Coronavirus werden noch zumindest für drei Wochen fortgesetzt: Die Bundesregierung hat am Freitag die geltenden Ausgangsbeschränkungen bis Ostermontag (13. April) verlängert. „Halten Sie durch“, appellierte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP).

Die Gastgärten bleiben noch länger leer.
Die Gastgärten bleiben noch länger leer. - Foto: © HELMUT FOHRINGER
Kurz sah Österreich auf dem richtigen Weg: „Wir schaffen das, was wir uns vorgenommen haben: Weniger soziale Kontakte und dadurch auch eine Reduktion der Ansteckungen“, so der Kanzler. 92 Prozent der Bevölkerung halten laut einer market-Umfrage die von der Regierung getroffenen Maßnahmen für gerechtfertigt.

Zum Zeitrahmen sagte Kurz: „Die Maßnahmen werden bis 13. April verlängert und dann wird stufenweise - im Idealfall - das System wieder hochgefahren.“ Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) betonte: „Man muss dann einen gleitenden Übergang machen, sobald sich die Dinge Diestabilisieren. Die Zuwächse bei den Infektionen seien geringer geworden - “aber es sind nach wie vor massive Zuwächse„, warnte er.

Das Land Tirol verlängerte die strenge Quarantäne-Verordnung für alle 279 Gemeinden ebenfalls bis zum 13. April. Damit gilt die Verordnung gleich lange wie die österreichweiten Ausgangsbeschränkungen. Ursprünglich wäre die Tiroler Verordnung mit Ablauf 5. April außer Kraft getreten.

Obwohl die Zahl der nachweislich infizierten Menschen in Österreich weiter ansteigt, zeigen die drastischen Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung bereits erste Erfolge: Laut einer neuen Berechnungen mit den Simulationsmodellen der Technischen Universität (TU) Wien verdoppelt sich die Fallzahl nun nicht mehr alle zwei bis zweieinhalb, sondern alle vier bis sechs Tage.

Mancherorts gab es neue dramatische Situationen: Im Raum Reichenau a.d. Rax (Bezirk Neunkirchen) sind laut Bürgermeister Johann Döller (ÖVP) etwa 260 Personen in häuslicher Quarantäne, bei 18 war das Testergebnis auf Covid-19 positiv. 25 Infizierte gibt es (Stand Donnerstagabend) indes in Ardagger (Bezirk Amstetten), meldete der dortige Ortschef Johannes Pressl (ÖVP).

In Bludenz in Vorarlberg steht die gesamte Belegschaft des Bezirksgerichts Bludenz unter Quarantäne. Das berichtete am Freitag ORF Radio Vorarlberg unter Bezugnahme auf Landesgerichtspräsident Heinz Bildstein. Nach dem positiven Testergebnis einer Beschäftigten seien alle anderen 15 Mitarbeiter am Bezirksgericht nach Hause geschickt worden, sagte Bildstein.

apa