Insidern zufolge soll es jedoch über das vierte Stockwerk, das Anfang 2012 bezogen wurde, mehr als einmal hineingeregnet haben.<BR /><BR /> Ob sich das auf die Statik ausgewirkt haben könnte, müssen Gutachter prüfen. Für Verwunderung sorgt ein weiterer Punkt: Ex-Senator Oskar Peterlini hatte im Jahr 2007 mit seinen Kollegen Helga Thaler Ausserhofer und Manfred Pinzger erwirkt, dass im Staatshaushalt 2008 insgesamt 18 Millionen Euro – aufgeteilt auf drei Jahre – zur Finanzierung eines Gerichts- und Finanzzentrums in Bozen vorgesehen wurden. <BR /><BR /> „Geplant war, die Finanzämter ins Ex-Fiat-Gebäude am Hadriansplatz umzusiedeln, aus Finanzgebäude und Landesgericht hätte das Gerichtszentrum entstehen sollen“, erinnert sich Peterlini. Als er jetzt die Bilder vom Einsturz gesehen hat, „habe ich bedauert, dass die Mittel damals nicht genutzt wurden – auch für Sanierungen“, sagt er. Doch weshalb wurde das Zentrum letztendlich nicht gebaut? <BR /><BR />Wie Bozens Ex-Bürgermeister, Senator Luigi Spagnolli, auf Anfrage erklärte, „sind der damalige Leitende Staatsanwalt Cuno Tarfusser und ich gemeinsam nach Rom gefahren, um uns im Justizministerium über den Zeitplan für den Bau zu erkundigen und welche Aufgabe der Gemeinde Bozen zufallen würde, die sich damals um die ordentliche und außerordentliche Instandhaltung gekümmert hatte.“ <BR /><BR />Doch jede Planung sollte schlussendlich umsonst sein: Die Mittel, die unter Ministerpräsident Romano Prodi genehmigt worden waren, seien vom Staat – inzwischen unter Ministerpräsident Silvio Berlusconi – nicht mehr in Bozen, sondern anderweitig eingesetzt worden, resümiert Spagnolli. <BR /><BR />Rund 500.000 Euro hat das Land laut Landesrat Christian Bianchi für die Sanierung an den Säulen im Atrium des Landesgerichtes bereitgestellt. Weshalb sie eingestürzt sind, wird jetzt ermittelt.