Landesrat Christian Bianchi zeigte sich am Montag optimistisch. Er rechnet damit, dass bis Freitag für die rund 150 Personen, die im Gerichtsgebäude gearbeitet haben, geeignete Büros gefunden werden können. Derzeit arbeiten viele im Homeoffice, andere am Oberlandesgericht und weitere im Finanzgebäude. Dass der Gerichtsbetrieb über die ganze Stadt verstreut sein wird, glaubt Bianchi nicht. <BR /><BR />„Ich bin zuversichtlich, dass alle in einem, maximal zwei geeigneten Gebäuden Platz finden werden“, sagt er. Räumlichkeiten braucht es auch für Unterlagen, darunter alle Zweisprachigkeitsnachweise, die bisher im Erdgeschoss des Gerichtsgebäudes verwahrt wurden. <BR /><BR />Unterdessen sind am Gerichtsplatz die schweren Maschinen aufgefahren. Am Montag wurde mit der Aufschüttung einer Rampe aus Sand begonnen, die über die Treppe hinauf bis zur Einsturzstelle reichen wird. Der Sand soll Vibrationen, die der Bagger beim Befreien des Atriums vom Abbruchmaterial verursachen dürfte, mildern. Sobald die Einsturzstelle geräumt ist, können die hohen Säulen an der Fassade zusätzlich abgestützt werden. Infolge des Einsturzes des Mitteltraktes lastet auf ihnen jetzt mehr Gewicht, deshalb sollen sie so schnell wie möglich durch ein Gerüst gesichert werden. Gearbeitet wird mit Pausen, die genutzt werden sollen, um weitere Geräte und Dokumente aus den Seitentrakten zu holen. <BR /><BR />Die Ermittlung gehen indes weiter. Die Mitarbeiter der Reinigungsfirma, die sich knapp vor dem Einsturz ins Freie retten konnten, werden ausführlich befragt, die Aufnahmen von Innenkameras ausgewertet. Je schneller geklärt werden kann, was die Säulen im Atrium zum Einsturz gebracht hat, desto zügiger kann mit dem Wiederaufbau begonnen werden. <BR /><BR />Landesrat Bianchi rechnet allerdings damit, dass es wohl um die sechs Jahre dauern könnte, bis das Landesgericht bezugsfertig sein wird. Da das Gebäude sowohl unter Denkmal- als auch unter Ensembleschutz steht, muss das Erscheinungsbild erhalten bleiben. Es werde aber angedacht, den von außen nicht sichtbaren Teil modern zu gestalten, so Bianchi.