2010 haben Ausländer, die in Südtirol wohnen und arbeiten, mehr als 28,7 Millionen Euro ins Ausland überwiesen. Das entspricht 0,16 Prozent des Südtiroler Bruttoinlandsproduktes; 1,60 Euro je 1.000 Euro bleiben also nicht in Südtirol. Die höchsten Geldströme aus Südtirol flossen im Jahr 2010 nach Pakistan, Marokko und Peru.Auf gesamtstaatlicher Ebene hat das Phänomen der Überweisungen in den letzten fünf Jahren zwar stark, aber mäßiger (+68,5 Prozent) zugenommen; im letzten Jahr wurde sogar ein leichter Rückgang verzeichnet (-2,6 Prozent).„Es ist anzunehmen, dass die von den Ausländern zurückgelegte Sparquote auf Grund der durch die Finanz- und Wirtschaftskrise 2007 bedingte Einkommensverringerung gesunken ist und daher auch die Überweisungen zurückgegangen sind“, so das Landesstatistikinstitut ASTAT. Dieser Rückgang könne aber auch auf die Tatsache zurückgeführt werden, dass viele Einwanderer die Familienzusammenführung erreicht hätten. Folglich bleibe das Geld, das vorher ins Herkunftsland geschickt worden sei, in Südtirol.Mehr als ein Drittel der Überweisungen geht nach EuropaDie meisten Überweisungen (38,2 Prozent) aus Südtirol gehen an Länder innerhalb Europas, während sich die restlichen Überweisungen fast gleichmäßig auf Asien (22,0 Prozent), Amerika (20,1 Prozent) und Afrika (19,5 Prozent) verteilen.Im Jahr 2010 floss das Geld der in Südtirol lebenden Ausländer vor allem nach Pakistan (10,2 Prozent), Marokko (8,1 Prozent) und Peru (7,0 Prozent). Es folgen Albanien, Rumänien, Bangladesh und Kolumbien, wo jeweils mindestens fünf Prozent der gesamten Überweisungen eintrafen. China ist in Südtirol nicht unter den ersten zehn Zielländern der Überweisungen.Einwanderer Südtirols überweisen 690 Euro pro Kopf im JahrJeder in Südtirol ansässige Ausländer schickt durchschnittlich 690 Euro in sein Herkunftsland. Dieser Betrag ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen dem Umfang der Überweisungen und der hierzulande ansässigen ausländischen Bevölkerung. In Südtirol waren die Pro-Kopf-Überweisungen im Jahr 2010 weitaus niedriger als auf gesamtstaatlicher Ebene (1.440 Euro).Höchste Pro-Kopf- Auslandsüberweisungen nach KolumbienAusländer aus Kolumbien (6.826 Euro), Senegal (4.350 Euro) und Peru (2.323 Euro) sind bereit, am meisten Geld ins Herkunftsland zu schicken. Im Durchschnitt schicken Pakistaner, Tunesier und Bengalen zwischen 1.000 und 2.000 Euro nach Hause. Die niedrigsten Beträge verschicken Deutsche (283 Euro), Albaner (357 Euro) und Marokkaner (691 Euro).„Einwanderer aus europäischen Ländern oder aus dem Mittelmeerraum bevorzugen häufiger informelle Wege zur Überweisung der Gelder als jene, die aus ferneren und schwer erreichbaren Ländern stammen, wie Kolumbien, Senegal und Peru“, so das ASTAT.stol