Donnerstag, 24. Oktober 2019

Einwanderung in Südtirol: Albaner und Deutsche führen Liste an

50.333 ausländische Staatsbürger lebten Ende 2018 in Südtirol. Das entspricht 9,5 Prozent der Bevölkerung, wie aus dem am Donnerstag vorgestellten Jahrbuch zur Einwanderung hervorgeht. STOL hat mit Matthias Oberbacher von der Beobachtungsstelle zur Einwanderung über die neuesten Zahlen gesprochen.

Am Donnerstag wurde das Jahrbuch zur Einwanderung 2019 vorgestellt. - Foto: © DLife
Das Statistische Jahrbuch zur Einwanderung liefert Jahr für Jahr aktuelle Daten zur Einwanderung in Italien und Südtirol.

Die Ausgabe 2019 wurde in Bozen am Donnerstag durch den für Integration zuständigen Landesrat Philipp Achammer vorgestellt.

Herausgegeben wird das Jahrbuch von der im Ministerratspräsidium angesiedelten gesamtstaatlichen Antidiskriminierungsstelle (UNAR).

9,5 Prozent ausländischer Staatsbürger in Südtirol

Ende 2018 lebten in Südtirol 50.333 ausländische Staatsbürger (9,5 Prozent der Bevölkerung), 47.393 (8,8 Prozent) waren es im Trentino, auf gesamtstaatlicher Ebene 6,2 Millionen und 8,7 Prozent.

Mehr Frauen als Männer

Die Zunahme im Vergleich zum vorhergehenden Jahr beläuft sich auf 2315 Personen. Hier werden auch die im Land geborenen Kinder von Personen mit Migrationshintergrund dazugezählt.

Weiterhin überwiegen in der ausländischen Bevölkerung die Frauen (52,3 Prozent), allerdings gibt es bei der Geschlechterverteilung erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Nationalitäten.

In Südtirol leben Menschen aus 138 verschiedenen Ländern.

Albaner weiterhin stärkste Gruppe

Über 2 Drittel der ausländischen Staatsbürger, insgesamt 31.785 Personen, stammen aus Europa: 16.288 davon aus EU-Staaten, 15.285 aus Osteuropa außerhalb der EU und 212 aus anderen europäischen Staaten.

Die Albaner bilden mit 5739 Personen die stärkste Gruppe, gefolgt von Deutschen (4487), Pakistanern (3623), Marokkanern (3507), Rumänen (3323) und Kosovaren (2596).

Von den 81.552 Kindergartenkindern und Schülern in Südtirol sind 9814 ausländische Staatsangehörige, um 105 mehr als im Vorjahr.
Davon besuchen 2354 einen Kindergarten, 3688 eine Grundschule, 2042 eine Mittelschule und 1730 eine Oberschule.

Landesrat Philipp Achammer betonte: „Wir wollen eine Integration durch Leistung. Soll heißen: Ausländische Staatsbürger müssen mindestens eine der Landessprachen kennen; sie müssen einen Integrationskurs besuchen, und Eltern müssen die Schulpflicht ihrer Kinder garantieren.“ Diese 3 Punkte seien Voraussetzungen für eine gelingende Integration, aber auch für ein friedliches Zusammenleben.

Einwanderung in Italien

In Italien waren zum 31. Dezember 2018 offiziell 5.255.500 ausländische Staatsbürger ansässig. Das entspricht einem Plus von 111.000 Personen im Vergleich zum vorhergehenden Jahr, wobei die Zunahme zu einem großen Teil auf die Geburten (65.400) zurückgeht.

Die Zahl der Erwerbstätigen mit ausländischer Staatsbürgerschaft hat hingegen mit 2.455.000 Personen gegenüber der Vorjahre zugenommen.

Die Zahl der ausländischen Arbeitslosen ist weiter gesunken und liegt bei 400.000. Unter den ausländischen Staatsbürgern in Italien sind Rumänen mit 1.206.938 die größte Gruppe, gefolgt von Albanern, Marokkanern, Chinesen und Ukrainern.

lpa