Gegen sie wurde ein Disziplinarverfahren angestrengt, die Gewerkschaften gehen auf die Barrikaden. Jetzt muss sich der Arbeitsrichter von Rovereto mit dem Fall befassen.<BR /><BR />Auch die Präsidentin der Journalistenkammer Trentino-Südtirol, Sandra Bortolin, hat bereits reagiert: „Es ist schwerwiegend, dass eine öffentliche Einrichtung wie die Integrierte Universitätsgesundheitsbehörde des Trentino (Asuit) beschließt, ein Disziplinarverfahren gegen eine ihrer Mitarbeiterinnen wegen Äußerungen gegenüber einem Medium einzuleiten.“ Kritik kommt auch vom Redaktionskomitee der RAI Trient und von der Journalistengewerkschaft FNSI.<BR /><BR />Was war passiert? Die Mitarbeiterin des Trentiner Sanitätsbetriebes – seit Jahresanfang in Asuit umbenannt – hatte im Frühjahr in einem Interview auf TGR Trento die prekären Arbeitsbedingungen im Spital von Arco angeprangert. Neben Unterbesetzung beklagte die Frau, die seit Jahren dort arbeitet und auch Vertreterin der Gewerkschaft CISL Fp Trentino ist, auch den Zustand der technisch-medizinischen Ausstattung. Bei dem Interview stand sie mit dem Rücken zur Kamera, trug eine Kapuze und ihre Stimme war verzerrt worden, um ihre Anonymität zu wahren. <BR /><BR />Doch offensichtlich glauben die Verantwortlichen der Asuit, die Identität der Mitarbeiterin ausgeforscht zu haben, und haben gegen die Frau ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Ob das rechtens ist, wird das Arbeitsgericht von Rovereto entscheiden müssen. <h3> Rückendeckung von der Gewerkschaft</h3>Uneingeschränkten Rückhalt erfährt die Sanitätsmitarbeiterin durch die Gewerkschaft. „Missstände aufzuzeigen schadet nicht dem Image, sondern trägt zur Verbesserung des Gesundheitswesens bei. Das ist eine sehr ernste Angelegenheit. Wir lassen uns nicht einschüchtern und werden diese Sache bis zum Ende ausfechten“, betont der Trentiner CISL-Landessekretär, Giuseppe Pallanch. Solidarität kommt auch von CGIL- und UIL-Gewerkschaftsvertretern sowie vom Gewerkschaftsverband für Ärzte und medizinische Führungskräfte Anaao Assomed. Die Entscheidung, auf diese Weise gegen die Mitarbeiterin vorzugehen, untergrabe die Meinungs- und die Gewerkschaftsfreiheit.