Dienstag, 29. Dezember 2020

Eltern fordern offene Oberschulen: Petition an die Landesregierung

Sie bezeichnen sich als Eltern-Lobby der vergessenen Oberschülerinnen und Oberschüler: In einer Petition haben mehrere Elternteile die Öffnung der Oberschulen in Südtirol gefordert. Diese wurde nun der Landesregierung vorgelegt – gemeinsam mit mehr als 1000 gesammelten Unterschriften.

Die Eltern fordern eine baldige Rückkehr der Oberschüler in den Präsenzunterricht.
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Die Eltern fordern eine baldige Rückkehr der Oberschüler in den Präsenzunterricht. - Foto: © shutterstock
Margit Tauber, Eva Maria Moar, Barbara Grießmair, Susanne Rieder,
Margareth Grießmair, und Ulla Walder hatten die Petition auf change.org vor 2 Wochen gestartet, vor wenigen Tagen wurde die 1000-Unterschriften-Marke überschritten.

„In keinem anderen Land in Europa waren die Oberschulen wegen der Covid-19-Pandemie so lange geschlossen wie in Südtirol“, beginnt der Text der Petition an die Landesregierung.

Seit mehr als 9 Monaten seien die Oberschüler nun schon im sogenannten Fernunterricht und durften in dieser Zeit nur etwa 20 Tage in Präsenz an den Schulen verbringen – „weil die Landesregierung im Herbst beschlossen hatte, strengere Regeln als im restlichen Italien anzuwenden“.

Der Zeitraum der Isolation der Oberschüler werde bis zu der möglichen Öffnung der Schulen Mitte Januar sogar mehr als 10 Monate betragen.

Und selbst jetzt werde von der Landesregierung noch keine eindeutige Garantie für die Rückkehr in einen Präsenzunterricht gegeben.

„Offenkundig hat sich trotz dieser Opfer und Einschnitte in die Bildungsrechte der Kinder und Jugendlichen der Pandemieverlauf in Südtirol nicht eindämmen lassen. Dies legt den Schluss nahe, dass die kontinuierliche Schließung der Oberschulen weder ein geeignetes oder verhältnismäßiges noch angemessenes Mittel zur Eindämmung des Pandemiegeschehens war und ist.“

In Hinblick auf das weitere Geschehen nach den Weihnachtsferien
fordern die Initiatorinnen daher unter anderem, dass die Landesregierung:


- den Präsenzunterricht an den Oberschulen ab 7. Januar 2021
mindestens zu 75 Prozent und mit vollem Stundenplan garantiert - wie es in der gültigen nationalen Regelung vorgesehen ist.

- nie wieder reflexhaft als erste Maßnahme und zu Lasten der Kinder
und Jugendlichen die Schulen schließt, sondern nur punktuell
angemessene Maßnahmen ergreift.

- die notwendigen finanziellen Mittel nun auch für Kinder und
Jugendliche zur Verfügung stellt, insbesondere um den sicheren
Transport der Schüler ab 7. Januar 2021 ohne weitere
Verzögerungen zu gewährleisten: Potenzierung der Schulbusse.

- weiteres Lehrpersonal einstellt, um den vollen Stundenplan zu
gewährleisten. „Das sogenannte selbstorganisierte Lernen - wie
die Stundenkürzungen (!) beschönigend genannt werden - stellt
keinen Unterricht dar und widerspricht dem Bildungsauftrag, den
die öffentliche Hand hat.“

- sich klar dazu bekennt, dass die Jugendlichen nicht ein zweites
Bildungsjahr verlieren dürfen und dies bei der Prioritätensetzung
von weiteren Maßnahmen beachtet.

Die Petition auf change.org wurde bis Dienstagabend, 18 Uhr, von 1022 Personen unterzeichnet.

stol