Die australischen Eltern hatten ihr Baby in den ersten eineinhalb Lebensjahren strikt ohne Fleisch oder andere Lebensmittel von Tieren ernährt. Das Mädchen bekam Obst, Haferflocken, Kartoffeln, Reis, Tofu, Brot, Erdnussbutter und Reismilch. Das Kind war dann erst so weit entwickelt wie normale Kleinkinder im Alter von drei Monaten. Mit 19 Monaten hatte es noch überhaupt keine Zähne und wog nicht einmal fünf Kilogramm. Der Fall wurde erst bekannt, als das Mädchen mit Krämpfen ins Krankenhaus musste. Im Prozess hatten sich Mutter und Vater schuldig bekannt, das Kind vernachlässigt und in Gefahr gebracht zu haben. Als Höchststrafe wären fünf Jahre Haft möglich gewesen.Bei der Bekanntgabe des Urteils schluchzten beide. Richterin Sarah Huggett sagte, die Ernährung des Kindes sei „völlig unangemessen” gewesen. „Es liegt in der Verantwortung aller Eltern, dafür zu sorgen, dass die Ernährung ihrer Kinder ausgewogen ist und ausreichend Nährstoffe enthält, um richtig zu wachsen.” Das Kind ist jetzt in der Obhut von Verwandten. Die leiblichen Eltern dürfen es regelmäßig besuchen.„Vegane Kost für Kinder nur unter ärztlicher Begleitung“Zum Fall des nur mit veganer Kost ernährten Kindes meint Ernährungsmediziner Dr. Christian Thuile in einem am Freitag erschienenen Interview mit dem Tagblatt „Dolomiten“: „Wenn vegane Ernährung bei kleinen Kindern nicht unter einer permanenten ärztlichen Mitkontrolle erfolgt, dann rate ich auf jeden Fall davon ab.“ Hauptgrund für Thuiles Bedenken ist das Vitamin B12: „Bei veganer Ernährung muss das Vitamin B12 immer ersetzt werden. B12 ist das Schlüsselvitamin für die Blutbildung und für das Wachstum. Es ist beim Stoffwechsel-Prozess von jungen Menschen unersetzbar.“ Das vollständige Interview mit Ernährungsmediziner Dr. Christian Thuile zum Thema Vegan gibt es in der aktuellen Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten". apa/dpa