Dienstag, 20. April 2021

EMA gibt grünes Licht für Johnson-Impfstoff

Nach der Prüfung sehr seltener Fälle von Hirnvenenthrombosen hat die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) grünes Licht gegeben für den Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson. Allerdings könne der Wirkstoff tatsächlich in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel auslösen, teilte die EMA am Dienstag in Amsterdam mit. Experten hatten das Präparat nach 8 Fällen von Blutgerinnseln nach einer Impfung in den USA erneut geprüft.

Die EU-Arzneimittelbehörde hat für den Corona-Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson grünes Licht gegeben.
Die EU-Arzneimittelbehörde hat für den Corona-Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson grünes Licht gegeben. - Foto: © APA/AFP / FREDERIC J. BROWN
Die EMA hält daran fest, dass die Vorzüge des Impfstoffs, Covid-19 zu verhindern, höher zu bewerten seien als die Risiken von Nebenwirkungen. Doch die Möglichkeit von Blutgerinnseln bei einer zugleich sehr niedrigen Zahl von Blutplättchen werde nun als seltene Nebenwirkung registriert. In den meisten Fällen ging es nach Angaben der Experten um Frauen unter 60 Jahre. Die Thrombosen vorwiegend in den Hirnvenen waren innerhalb von 3 Wochen nach der Impfung aufgetreten.

Vor einer Woche hatten die USA die Nutzung des Präparats vorübergehend ausgesetzt. 8 Fälle von Thrombosen waren aufgetreten nach etwa 7 Millionen Impfungen mit dem Johnson & Johnson-Präparat in den USA. In der EU war die Lieferung des Impfstoffs erst in der vergangenen Woche angelaufen. Zahlreiche EU-Staaten folgten der Empfehlung des Herstellers, vor der Nutzung zunächst das Gutachten der Experten abzuwarten.

Der Impfstoff wurde von der niederländischen Johnson-Tochter Janssen entwickelt. Der Impfstoff ist handlich, wirksam, und nur eine Dosis ist nötig. Die EU-Kommission hat bereits Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt. Es ist bereits das zweite Mal, dass die EMA nach der Zulassung einen Corona-Impfstoff erneut prüft. Auch bei dem Wirkstoff des schwedisch-britischen Herstellers Astrazeneca hatte es Hirnvenenthrombosen gegeben, vor allem bei jüngeren Frauen.

dpa/stol