Montag, 13. Dezember 2021

Emotionale Abstimmung über Corona-Regeln in London erwartet

Bei der Abstimmung über verschärfte Corona-Regeln für England muss der britische Premierminister Boris Johnson am Dienstag im Parlament mit starkem Gegenwind aus den eigenen Reihen rechnen. Am Montag war das erste Todesopfer durch die Variante Omikron verkündet worden.

Premier Boris Johnson soll sich selbst nicht an die Corona-Regeln gehalten haben.
Premier Boris Johnson soll sich selbst nicht an die Corona-Regeln gehalten haben. - Foto: © APA/afp / JEREMY SELWYN
Dutzende Abgeordnete seiner Konservativen Partei haben angekündigt, gegen die Ausbreitung der Maskenpflicht sowie Impfnachweise für die Teilnahme an Großveranstaltungen zu stimmen.

Zu einer Niederlage der Regierung dürfte es dennoch nicht kommen, da die stärkste Oppositionspartei Labour ihre Zustimmung signalisiert hat.

Die rebellischen Tory-Abgeordneten befürchten, dass die schärferen Restriktionen die Erholung der britischen Wirtschaft hemmen werden.

Viele verweisen zudem darauf, dass die Maßnahmen schwer umzusetzen sein werden. Ein Grund dafür ist, dass offensichtlich zahlreiche Regierungsbeamte während des Corona-Lockdowns auf Weihnachtsfeiern selbst Regeln missachtet hatten.

Premier Johnson soll damals bei einer Feier ein Quiz geleitet haben. Die Zeitung „Mirror“ veröffentlichte Fotos, die Johnson auf einem Bildschirm mit 2 engen Mitarbeitern und ohne Masken zeigen. Die Regierung verweist darauf, es habe sich um eine virtuelle Veranstaltung gehandelt.

Im größten britischen Landesteil England wurden Mitte Juli so gut wie alle Corona-Regeln aufgehoben.

Mittlerweile breitet sich aber die Corona-Variante Omikron schnell aus. Deshalb hatte die Regierung zuletzt wieder eine Maskenpflicht zunächst für Läden und öffentliche Verkehrsmittel, später unter anderem auch für Theater, Kinos und Museen angeordnet. In Pubs und Restaurants gilt nach wie vor keine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Am Montag hat die Omikron-Variante des Coronavirus offenbar ein erstes Todesopfer in Großbritannien gefordert. „Omikron sorgt für Krankenhauseinlieferungen, und traurigerweise gibt es mindestens einen bestätigten Todesfall mit Omikron“, sagte der britische Premierminister Boris Johnson beim Besuch eines Impfzentrums in London Medienberichten zufolge.

apa