Im Interview verrät sie, wie man dies gut im Unterricht fördern kann. <BR /><BR /><b>Sozial-emotionale Kompetenzen gelten als wichtige Komponenten einer modernen Schule. Was genau ist damit gemeint?</b><BR />Prof. Antonella Brighi: Sozial-emotionale Kompetenzen helfen einem, besser mit sich selbst umzugehen und sich in Beziehungen zu anderen wohlzufühlen. Es ist die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. Diese Kompetenzen ermöglichen es uns, uns sowohl auf persönlicher Ebene als auch innerhalb einer Gruppe gut anzupassen.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-73467826_quote" /><BR /><BR /><BR /><b> Warum werden sie immer wichtiger?</b><BR />Prof. Brighi: Diese Art von Kompetenzen rückt heute stärker in den Vordergrund. Sie helfen, auf die Bedürfnisse einer sich verändernden Schülerschaft einzugehen. Es gibt gesellschaftliche Veränderungen, die sich in der Familie widerspiegeln, beispielsweise darin, wie Kinder erzogen werden, oder darin, wie viel Zeit bleibt, um über Emotionen zu sprechen und Kinder für Emotionen zu sensibilisieren. In diesem Bereich kann die Schule tätig werden und die Familie unterstützen. <BR /><BR /><b>Ist es also auch als Teil des Bildungsauftrags zu verstehen?</b><BR />Prof. Brighi: Ja, meiner Meinung nach ist es ein wesentlicher Teil des Bildungsauftrags der Schule. Lehrer und Lehrerinnen haben einen großen Einfluss auf den Erwerb dieser Kompetenzen. Gut ausgebildete und motivierte Lehrkräfte, die in der Lage sind, Kindern und Jugendlichen zuzuhören, schaffen auch die Voraussetzungen für fachliches, schulisches Lernen.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-73467880_quote" /><BR /><BR /><BR /><b> Was können Lehrkräfte konkret tun, um diese Kompetenzen zu fördern?</b><BR />Prof. Brighi: Grundsätzlich kann man dies mit jeder schulischen Aktivität fördern. Man kann z. B. weniger frontale Unterrichtsmethoden verwenden und im Gegenzug mehr auf kooperatives Lernen setzen. Das hilft, mit anderen zusammenzuarbeiten, andere Perspektiven kennenzulernen und zu verstehen, Konflikte auszuhandeln und gemeinsame Ziele zu erreichen. Sozial-emotionale Kompetenzen können auch im Mathematikunterricht trainiert werden, dafür braucht es keinen speziellen Raum. <BR /><BR /><b>Wird das hierzulande in Südtirol gemacht?</b><BR />Prof. Brighi: Südtirol ist dem Rest Italiens voraus, aber es gibt trotzdem noch einiges zu tun. <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-73467884_quote" /><BR /><BR /><BR /><b>Welche Rolle spielen dabei die Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI)?</b><BR />Prof. Brighi: Das ist eine große Herausforderung. Wir stehen vor einer Revolution. Es hängt viel davon ab, wer die KI nutzt und welche Fähigkeiten er einsetzt, wenn er mit der KI interagiert. Unter all diesen Fähigkeiten gibt es eine übergreifende sozial-emotionale Kompetenz: das kritische Denken. Es wird noch wichtiger werden, weil es immer schwieriger wird, Quellen zu unterscheiden oder eine Falschmeldung von einer echten Nachricht. Deshalb sollte genau diese Kompetenz gezielt trainiert werden.