Donnerstag, 09. Dezember 2021

Empörung in Italien: Impfgegner demonstrieren vor Gedenkstätte

Ein Protest von Gegnern der Corona-Maßnahmen vor der Weltkriegsgedenkstätte Redipuglia in Friaul Julisch Venetien hat für helle Empörung in Italien gesorgt.

Vor dieser Weltkriegsgedenkstätte kam es zu einer Demonstration.
Vor dieser Weltkriegsgedenkstätte kam es zu einer Demonstration. - Foto: © ANSA / DANIEL DAL ZENNARO / DAZ
Hunderte Menschen beteiligten sich am Mittwochnachmittag an der nicht erlaubten Demonstration vor der Gedenkstätte, dem größten Soldatenfriedhof Europas mit den Überresten von 100.000 Gefallenen.
Der Protest wurde ausgerufen, um gegen die am 15. Dezember in Kraft tretende Impfpflicht für Lehrer, Sicherheitskräfte und Militärs zu demonstrieren. An der Protestkundgebung, bei dem patriotische Chöre ertönten, beteiligten sich mehrere Militärs und Familien mit Kindern. Die Demonstranten trugen keine Masken, einige von ihnen schwenkten italienische Fahnen. Die Demonstranten skandierten Slogans gegen die „Gesundheitsdiktatur“.

Der Präsident der Region Friaul, Massimiliano Fedriga, verurteilte die Demonstration vor dem 1938 vom faschistischen Diktator Benito Mussolini errichteten Denkmal. „Das bedeutet, dass wir den Respekt vor unserer Geschichte, aber auch vor dem Leben der Menschen verloren haben, und ich halte es für äußerst bedenklich, dass die Gedenkstätte Redipuglia auf diese Weise benutzt und ausgenutzt wird“, sagte Fedriga in einem Radio-Interview.

Illegal und beleidigend

„Es ist nicht nur illegal, sondern auch beleidigend, dass die Organisatoren der Demonstration einen heiligen Ort wie Redipuglia als Veranstaltungsort gewählt haben. Dort ruhen die sterblichen Überreste von mehr als 100.000 italienischen Soldaten, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind: Die Schändung des Heiligtums zum Zwecke der Beleidigung ist nicht nur beschämend, sondern wird auch mit Sanktionen geahndet“, so die Parlamentarierin der Regierungspartei Forza Italia Sandra Savino.

In Friauls Hauptstadt Triest ist es in den vergangenen Wochen wiederholt zu Protesten gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung gekommen. Der Protest richtete sich vor allem gegen die 3G-Regel für alle Arbeitnehmer in Italien. Die italienische Regierung hat am vergangenen Montag die Restriktionen weiter verschärft und mit dem Super Green Pass eine 2G-Pflicht für viele Bereiche eingeführt.

apa/stol

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