Dienstag, 13. April 2021

Ende der Einzelhaft: Mit wem Benno Neumair die Zelle teilt

Benno Neumair ist im Bozner Gefängnis nicht mehr in Einzelhaft. Er teilt sich die Zelle jetzt mit Johannes Beutel, über den in wenigen Tagen das Berufungsschwurgericht urteilt, und mit Lukas Oberhauser, gegen den die Staatsanwaltschaft gerade Anklage erhoben hat.

Benno Neumair teilt sich jetzt die Zelle im Bozner Gefängnis mit 2 weiteren jungen Männern.
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Benno Neumair teilt sich jetzt die Zelle im Bozner Gefängnis mit 2 weiteren jungen Männern. - Foto: © privat
Nicht selten werden Häftlinge, gegen die dieselben Vorwürfe erhoben werden, gemeinsam in einer Zelle untergebracht. Bei Benno Neumair, Johannes Beutel und Lukas Oberhauser ist es die Mordanklage, die sie eint. Sowohl Neumair als auch Beutel und Oberhauser waren unter diesem dringenden Tatverdacht verhaftet worden. Unterschiedlich ist hingegen die Verfahrensphase, in der sich die 3 Männer befinden.

Die Ermittlungen gegen Benno Neumair laufen noch, jene gegen Lukas Oberhauser hat die Staatsanwaltschaft kürzlich abgeschlossen und die Einleitung des Hauptverfahrens beantragt. Einzig Johannes Beutel wurde bereits erstinstanzlich verurteilt – und zwar im verkürzten Verfahren zu 30 Jahren Haft wegen des Mordes an seiner Frau Alexandra Riffeser. Beutel war angeklagt, am 24. September 2018 am Huber-Hof in Gratsch im Streit 42 Mal auf Riffeser eingestochen zu haben.


Für kommenden Montag ist seine Verhandlung vor dem Berufungsschwurgericht festgesetzt. Diese war vertagt worden, um den Parteien Zeit zur Einigung über Schadenersatz zu geben, den Beutel leisten will. Er besitzt ein Einfamilienhaus in Österreich, das Riffesers Hinterbliebenen überschrieben werden soll.

Für Benno Neumair, dem vorgeworfen wird, seine Eltern Peter Neumair und Laura Perselli getötet zu haben, geht indes das Beweissicherungsverfahren zur Feststellung seiner Zurechnungsfähigkeit zur Tatzeit weiter. Gestern setzten die psychiatrischen Gutachter die Tests mit dem 30-Jährigen fort. Bis 2. Juni muss das Gutachten bei Richterin Carla Scheidle hinterlegt werden.



Bei Lukas Oberhauser ist die Frage nach seiner Einsichts- und Willensfähigkeit bereits beantwortet. Der Amtssachverständige hatte ihm bescheinigt, dass er genau wusste, was er tat, als er laut Anklage am 9. März 2020 Barbara Rauch im „Bordeauxkeller“ in Eppan getötet hat. Der Gutachter der Verteidigung ging hingegen von einer eingeschränkten Zurechnungsfähigkeit aus. Wie berichtet, wird Oberhauser auch Stalking an seinem späteren Opfer zur Last gelegt.

rc

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