Freitag, 04. Juni 2021

Endlich: Italiens erster Corona-Hotspot schließt Covid-Station

In der lombardischen Kleinstadt Codogno, in der am 20. Februar 2020 der erste Covid-19-Infizierte Italiens gemeldet worden war, ist am Freitag der letzte Corona-Patient aus der Covid-Abteilung entlassen worden.

Freude bei den Krankenhaus-Mitarbeitern: Die Covid-Station konnte geschlossen werden.
Freude bei den Krankenhaus-Mitarbeitern: Die Covid-Station konnte geschlossen werden. - Foto: © ANSA / Flavia Mazza
Die 50.000-Einwohner-Stadt südlich von Mailand war 2020 als erste Stadt Italiens zur Sperrzone erklärt worden, 3 Wochen bevor im ganzen Land die Ausgangssperre verhängt wurde.

„Mit großer Freude können wir nach 15 Monaten Kampf gegen das Virus die Corona-Abteilung schließen“, berichtete der Leiter der Abteilung, Francesco Tursi. Er dankte seinen Kollegen und dem ganzen Gesundheitspersonal. „Ich habe die intensivsten Monaten meines Lebens erlebt“, sagte er.

„Patient 1“ positiv getestet

Der Albtraum begann für Codogno am 20. Februar 2020, als der „Patient 1“, Mattia Maestri, positiv auf das Covid-19 getestet wurde. Damals war noch niemand in Europa offiziell an Covid-19 erkrankt. Die Erkrankung des 38-jährigen, sportlichen Managers, der mehrere Tage mit dem Tod kämpfte, weckte bei den Ärzten erstmals den Verdacht, dass er sich mit dem Coronavirus angesteckt haben könnte. Diese Entdeckung rettete vielen Menschen das Leben.

Einer 38-jährigen Anästhesistin im Krankenhaus von Codogno, Annalisa Malara, verdankt Italien, dass die Infektion erkannt wurde – als in Europa noch niemand an Corona dachte. Malara beharrte darauf, den Patienten mit einer auffällig schweren Lungenentzündung zu testen. 20 Tage verbrachte der sportliche Manager im Koma. Er hatte keinerlei Kontakte zu China und bis heute ist unklar, wie er sich mit dem Coronavirus angesteckt haben könnte. Die Anästhesistin wurde wegen ihrer Verdienste vom Staatspräsidenten Sergio Mattarella ausgezeichnet.

apa/stol

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