Freitag, 19. März 2021

„Endlich wieder nach Hause“: Eine der Bozner Covid-Stationen geschlossen

Eine gute Nachricht in Zeiten der Pandemie: Auf Grund der sinkenden Zahl betroffener Patienten, konnte die Covid-Abteilung der Medizin B im Bozner Krankenhaus geschlossen werden. „Endlich, endlich wieder nach Hause...Wir kommen in jeglicher Hinsicht wieder heim, denn in diesen 4 Monaten waren wir fast nie wirklich zu Hause – weder physisch noch psychisch“, schreibt Krankenpflegerin Laura Artioli, die dort gearbeitet hat, in einem Post in den sozialen Medien.

Für Laura Artioli und ihre Kollegen geht es endlich nach Hause.
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Für Laura Artioli und ihre Kollegen geht es endlich nach Hause. - Foto: © facebook Laura Artioli
Die Covid-Abteilung konnte am 16. März aufgrund der rückläufigen Patientenzahl geschlossen werden, nachdem dort über 4 Monate hinweg Menschen mit einer Covid-Erkrankung behandelt wurden.

„An das genaue Datum der Entscheidung erinnere ich mich nicht, ich erinnere mich nur an die Trostlosigkeit und die Angst, die sie auslöste. Wir wussten genau, worauf wir uns einlassen, wir hatten es bereits im März erlebt, die erste Welle“, erinnert sich Artioli an die Öffnung der Covid-Station am 13. November.

Die Mitarbeiter hätten ihren Dienst mit großem Respekt vor der Aufgabe angetreten. Zunächst waren es 12-Stunden-, später dann 14-Stunden-Schichten.

Die nächsten 4 Monate sollten ein wahrer Kraftakt werden. „Ich dachte ich könne so nicht durchhalten. Kräftezehrende Schichten, endlose Tage, die wie im Flug an uns vorbeigezogen sind – aber letztendlich habe ich es geschafft. Entlang unseres Weges haben wir viele Patienten verloren – zu viele“, schreibt die Krankenpflegerin.

Immer wieder sei es auch zu Infektionen unter den Kollegen gekommen, die dann krankheitsbedingt ausfielen: „In dieser Zeit war die Moral am Boden.“

Anfang Jänner hoffte man auf eine Entspannung der Corona-Lage im Land, doch die Patienten-Belegung der Station geriet auf einen Höchststand: 30 Covid-Patienten. Täglich gab es Entlassungen und gleichzeitig wieder Neuaufnahmen. Und das Gesundheitspersonal gelangte an seine Grenzen.

„Entgegen all der Schwierigkeiten konnten wir doch den Zusammenhalt unter uns festigen, wir waren ein einzigartiges Team. Trotz der Schwierigkeiten und der dunklen Momente fanden wir auch die Kraft, gemeinsam zu lachen, uns auf den Arm zu nehmen und gemeinsam zu weinen“, erklärt Artioli.

Auch den Patienten habe man versucht, die Zeit in Isolation zu erleichtern. „Wir brachten sie zum Lachen und zum Weinen vor Freude. Wir haben mit ihren Angehörigen Kontakt gehalten und sie auf ihrem letzten Weg begleitet“, erzählt die Krankenpflegerin in ihrem Post.

Am 16. März kam dann die lang ersehnte Nachricht: Die Covid-Abteilung der Medizin B wird geschlossen. Für Laura Artioli und ihre Kollegen geht es endlich wieder nach Hause.

pho