Mittwoch, 25. Juli 2018

Engel für die Opfer der Loveparade

Die Tragödie von 2010 jährte sich am Dienstag zum achten Mal. Mit einer Gedenkveranstaltung haben Angehörige der 21 Toten der Katastrophe gedacht. An dem Tunnel, in dem es zu der Panik gekommen war, waren schon am Vorabend des Jahrestages Kerzen entzündet und Blumen abgelegt worden.

Am 24. Juli 2010 kamen auf der Raver-Party bei einer Massenpanik 21 Menschen ums Leben, mehr als 500 wurden verletzt.
Am 24. Juli 2010 kamen auf der Raver-Party bei einer Massenpanik 21 Menschen ums Leben, mehr als 500 wurden verletzt. - Foto: © APA/DPA

Am 24. Juli 2010 kamen auf der Raver-Party bei einer Massenpanik 21 Menschen ums Leben, mehr als 500 wurden verletzt. Stadt, Polizei und Veranstalter schoben sich gegenseitig die Schuld zu.

Gabrielle Müller hat bei dem Unglück ihren Sohn verloren: „Es gehört eigentlich mit zu meinem Leben jetzt. Oder zu meinem jetzigen Leben. Es ist mir schon wichtig hier zu sein, weil er hat hier sein Leben gelassen, Christian."

In einem Prozess vor dem Landgericht Duisburg hatte Anfang Mai die Vernehmung des ehemaligen Oberbürgermeisters Adolf Sauerland begonnen. Der CDU-Politiker war im Februar 2012 über einen Bürgerentscheid aus dem Amt geschieden. Auch der damalige Veranstalter Rainer Schaller hat als Zeuge ausgesagt. Er war zum Zeitpunkt des Unglücks geschäftsführender Gesellschafter und sollte dem Gericht die Planungsgeschichte erläutern.

Jürgen Thiesbonenkamp von der Stiftung "Duisburg 24.07.2010" weiß, dass in den vergangenen acht Jahren immer wieder Seesorge und Zuwendung nötig waren.

"Bei den Angehörigen der Verstorbenen, aber auch den Betroffenen, im Moment ist natürlich das etwas konzentriert, auch auf diejenigen, die an dem Prozess in Düsseldorf teilnehmen. Wir haben von der Stiftung her dafür gesorgt, mit der Unterstützung des Landes, dass eben jeden Tag, an jedem Prozesstag ein Seelsorger und wenn viele da sind, viele Menschen da sind, auch zwei Seelsorger, für Gespräche und Beratung zur Verfügung stehen."

In dem Verfahren müssen sich unter anderem der ehemalige Duisburger Stadtentwicklungsdezernent, Mitarbeiter des städtischen Bauamts und Verantwortliche des Veranstalters Lopavent wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung verantworten. Mitarbeitern der Stadt wird vorgeworfen, dass ihnen im Genehmigungsverfahren Fehler nicht aufgefallen sind, etwa seien Ein- und Ausgänge des Veranstaltungsortes für die große Anzahl der Teilnehmer nicht regelrecht ausgelegt gewesen. Weiteren Angeklagten der Stadt wird vorgeworfen, die Planer nicht hinreichend beaufsichtigt zu haben.

reuters

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stol