Montag, 24. August 2020

„Bis zu 100 Prozent Ernteausfall“

Das Unwetter am Samstag hat in verschiedenen Teilen Südtirols große Schäden verursacht. Im Burggrafenamt hat der Hagelschlag in einigen Gemeinden bis zu 100 Prozent der Apfelernte zerstört. Das berichten die „Dolomiten“ am Montag.

Mehrere Obstanlagen wurden von dem heftigen Sturm zerstört.
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Mehrere Obstanlagen wurden von dem heftigen Sturm zerstört.
Mehr oder weniger hat es bei dem Unwetter am Samstag im gesamten Burggrafenamt gehagelt. Nur in Richtung Schenna/Verdins und in Innerulten hagelte es beispielsweise kaum – und im Hinterpasseier auch nur lokal.

Die Hagelkörner waren nicht sehr groß, sie hatten einen Durchmesser von ein bis 3 Zentimetern. Es hagelte aber minutenlang – auch mit viel Regen vermischt. In einigen Teilen des Burggrafenamtes sollen bis zu 15 Minuten lang Hagelkörner vom Himmel gefallen sein. Die Schäden in der Landwirtschaft sind zum Teil enorm – egal ob bei den pflückreifen Äpfeln Gala, den heranreifenden Sorten wie Golden Delicious und Pink Lady oder in vielen Weinbergen. „Es ist eine Katastrophe“, sagt Bauernbund-Bezirkschef Bernhard Burger. „Viele Landwirte dürfte es schwer getroffen haben.“ Nur etwa 60 Prozent der Apfelanlagen im Bezirk seien mit Hagelnetzen geschützt.

„Viele Trauben vernichtet“

Mancherorts seien Schäden von bis zu 100 Prozent zu verzeichnen. Besonders vom Hagelschlag betroffene Gemeinden sind Partschins, Algund, Marling und Meran. Neben den Apfelbauern dürfte auch die Weinwirtschaft stark betroffen sein. „Viele Trauben sind vernichtet“, blickt Burger pessimistisch auf die diesjährige Weinernte.

In dieselbe Kerbe schlägt auch der Meraner Ortsbauernbund-Obmann Michael Höller: Totalschäden gebe es in Gratsch, in der Stadtmitte sowie in Obermais und in Untermais bis zum Milchhof. „Man findet Äpfel mit bis zu 20 Einschlägen, die kirschkerngroß sind“, berichtet Höller. In diesen Zonen seien auch die Weinberge arg in Mitleidenschaft gezogen worden.

Aber auch der heftige Sturm richtete Schäden an; die Windböen erreichten mehr als 100 Stundenkilometer: Es wurden zahlreiche Obstanlagen umgerissen bzw. zerstört, unter anderem in Rabland, Untermais und Tscherms. „Hier gibt es sicher über Jahre Ertragsausfälle“, betont Michael Höller.

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Ein Problem in der Gemeinde Meran seien weiters die Bewässerungswaale gewesen, die aufgrund des vorhergesagten Unwetters aber kein Wasser geführt hätten. „Wegen des Oberflächenwassers sind sie bei dem Unwetter aber trotzdem übergelaufen“, sagt Höller. Viel Regenwasser sei in die Waale geflossen.

Die Meraner Stadtverwaltung müsse endlich für eine effiziente Oberflächenentwässerung sorgen. „Wenn wegen eines übergelaufenen Waals Schäden entstehen, haftet die zuständige Interessentschaft“, sagt er. „Das kann es nicht sein.

fm