Ein Spaziergänger mit Hund hatte die von der Kripo als entstellt beschriebene Tote am Donnerstagabend kurz vor 20 Uhr entdeckt; sie war mit Ästen abgedeckt.Einzelheiten zum Fall wollen Staatsanwaltschaft und Polizei auf einer Pressekonferenz bekanntgeben. Von dem Entführer gibt es bisher keine heiße Spur. Zur Tatzeit - am Vormittag des 12. Mai - waren zwei unbekannte Männer in der Nähe des Wohnhauses der Familie Bögerl gesehen worden. Einer von ihnen, angeblich ein Anhalter, war am Nachmittag in Nietheim unterwegs. Nach ihm wird mit Phantombild gesucht.Die Polizei hatte das Waldstück, in dem die Leiche lag, bei ihren Suchaktionen durchkämmt. Ob die Tote schon dort war, weiß man nicht. Ein Polizeisprecher sagte, an der Stelle befinde sich keine Höhle. Das letzte Lebenszeichen erhielt ihr Ehemann am Tag der Entführung, dem 12. Mai, beim Anruf des Täters um 11.20 Uhr. Sie sagte ihm, sie sei mit dem Tod bedroht worden.Die Ehefrau des Heidenheimer Sparkassendirektors Thomas Bögerl wurde in der Früh im eigenen Auto entführt. Den Wagen fanden Besucher des 20 Kilometer entfernten Klosters Neresheim am 14. Mai auf dem Parkplatz. Auf dem Beifahrersitz wurden Blutspuren der Entführten gefunden. Ihr Handy fanden Suchtrupps der Polizei am Nachmittag desselben Tages. Es lag laut Polizei mehrere Kilometer von dem Fundort der Leiche entfernt.Der Ehemann legte am 12. Mai das Lösegeld (nach Berichten 300.000 Euro) wie gefordert in einem Müllsack an der Autobahn 7 ab und markierte es mit einer Deutschland-Flagge. Dort wurde es nach Polizeiangaben bis zum frühen Morgen des 13. Mai nicht abgeholt. Die Leiche der Entführten befand sich laut Polizei etwa 1.000 Meter von der Ablagestelle entfernt.Thomas Bögerl hatte nach Polizeiangaben nach stundenlangem vergeblichen Warten auf eine Nachricht vom Entführer die Kripo eingeschaltet. „Natürlich sind am Tag der Entführung auch Unterstützungskräfte der Polizei in der gebotenen Eile mit Blaulicht und Martinshorn in Richtung Heidenheim gefahren“, bestätigte der Leitende Polizeidirektor Volker Lück am 28. Mai. Diese hätten ihr Sondersignal aber rechtzeitig vor dem Einsatzort abgeschaltet beziehungsweise demontiert. In Berichten war spekuliert worden, dass das Polizeiaufgebot den Täter verschreckt haben könnte.Den Müllsack mit dem Lösegeld sammelten Mitarbeiter der Autobahnmeisterei bei einer routinemäßigen Streckenkontrolle am frühen Morgen des 13. Mai ein. Am 19. Mai hatten der Ehemann und die erwachsenen Kinder der Entführten in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen xy... ungelöst“ einen verzweifelten Appell an den Täter gerichtet.apa/apn