Noch gibt Robert Wiedmer Entwarnung: „Man sieht dort zwar einige Schäden in den Anlagen, aber das genaue Ausmaß ist unklar.“ Erst in ein paar Wochen gebe es dazu genauere Auswertungen. Entscheidend sind nun die Temperaturen der nächsten Tage. <h3> Wann es kritisch wird</h3>Im Vinschgau hofft man, dass es weiterhin bewölkt bleibt. „Ohne Wolken sind die Nächte klar und die Temperaturen sinken unter die Minusgrade“, erzählt Martin Pinzger, Direktor des Verbands der Vinschger Produzenten für Obst und Gemüse (VI. P). Gerade Marillen und Kirschen, die sensibel auf Kälte reagieren und vielfach in den höheren Lagen angebaut werden, könnten dann von größeren Schäden betroffen sein. „Der kritischste Moment wird wahrscheinlich die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag sein“, sagt Pinzger. <BR /><BR /><embed id="dtext86-64429610_quote" /><BR /><BR />In den vergangenen Wochen stiegen die Temperaturen fast bis auf 30 Grad an, um dann rapide abzusinken. Solche Schwankungen haben aber kaum Auswirkungen auf die Obstbäume. „Wenn sie gut mit Nährstoffen und Wasser versorgt sind, überstehen sie Temperaturschwankungen ohne Schwierigkeiten“, erläutert Robert Wiedmer. Pflanzen würden ihr Wachstum an die neuen klimatischen Bedingungen anpassen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-64429614_quote" /><BR /><BR />Um die Obstbäume vor dem Frost zu schützen, werden Frostschutzberegnung und Frostkerzen eingesetzt. „Frostschutzberegnung ist nicht in allen Lagen möglich, aber wo sie eingesetzt werden kann, funktioniert sie gut“, erklärt Wiedmer. „Sie kann auch tiefere Temperaturen bekämpfen“, ergänzt Pinzger. „Frostkerzen sind teuer und zeigen nur bis zu einer bestimmten Temperatur Wirkung“, sagt er. Sie würden deshalb bei langandauernden und tiefen Temperaturen nicht ausreichend schützen. <h3> Weitere Gefahren für die Ernte</h3>Die Frostgefahr ist auch nicht nach der Blütezeit gebannt. „Die junge Frucht ist absolut empfindlich“, schildert der Direktor des VI.P.. Im Vinschgau sei die Marille in den meisten Zonen schon abgeblüht. „Bleibt es frostig, fällt die Frucht vom Baum.“ Mittlerweile blühe es bereits im März, die Folge sei ein längeres Frostrisiko. Ab Anfang Mai sinke die Frostgefahr. „Bis zur Obsternte bestehen dann noch Wind-, und Hagelrisiken, sowie die Schädlingsgefahr“, so Pinzger. <BR />