<BR />Im gemäßigteren Vinschgau will man den Ausgang der Verhandlungen abwarten und dann darüber abstimmen. In Bruneck trafen sich auf Einladung der Initiativgruppe „Bildung am Abgrund“ vorgestern Abend rund 50 Lehrpersonen aus dem Puster- und Gadertal sowie aus Brixen und Sterzing – überwiegend Mitglieder der Einheitlichen Gewerkschaftsvertretung aus 23 Grund-, Mittel- und Oberschulen, an die auch die Einladung gerichtet war. Durch die Bank, so hieß es nach dem Treffen, hätten die Lehrpersonen ihre Enttäuschung über den derzeitigen Stand der Verhandlungen zum Ausdruck gebracht. Die Lehrpersonen sehen sich weiterhin „weit von ihren zentralen Zielen entfernt“. <BR /><BR />Selbst das Minimalziel – die Angleichung an die Landeslehrpersonen – scheine mit den derzeit zur Verfügung gestellten finanziellen Mitteln nicht erreichbar. Kritisch wird auch gesehen, dass die Landesregierung weiterhin an der Praxis festhalten will, staatliche Lohnerhöhungen durch eine Reduzierung der Landeszulage auszugleichen. So rücke die Anhebung der Lehrergehälter „auf ein angemessenes und konkurrenzfähiges Niveau“ in weite Ferne. In der Diskussion wurde deutlich, dass die Lehrpersonen entschlossen sind, ihren Forderungen weiterhin Nachdruck zu verleihen. Über alle Schulstufen hinweg zeigte sich bei den Anwesenden die Bereitschaft, die laufenden Protestmaßnahmen fortzusetzen und gegebenenfalls weiter zu verstärken.<BR /><BR />Zeitgleich traf man sich auch im Vinschgau auf Einladung der dortigen Initiativgruppe „Qualität Bildung Südtirol“. Die Veranstaltung stand unter dem Motto: „Wir Lehrpersonen sind die Bildungsexperten! Nur mit uns gelingt Schule“. Auch hier ging es um die Gehaltsaufbesserungen. <BR /><BR /> „Doch viele in der Gruppe betonten, dass allein damit unser Schulalltag noch nicht besser wird“, berichtete Andrea Perger im Anschluss an das Vinschger Treffen, bei dem ein wesentlicher Schwerpunkt der Diskussion auf der Verbesserung der Bildungsqualität lag. Eine Abkehr vom Protest hängt also nicht nur davon ab, „ob es die Reallohnerhöhung – wie versprochen – ohne zusätzliche Mehrleistungen gibt“, sondern auch von Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. Und: Man überlege „auch alternative Modelle“.<BR /><h3> Zwei Fragen an Bildungslandesrat Philipp Achammer</h3><b>Haben Sie Verständnis dafür, dass die Initiativgruppen vom Stand der Verhandlungen enttäuscht sind?<BR /></b><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Philipp Achammer: Wir sind doch mittendrin in den Verhandlungen. Morgen [heute für den, der liest; Anm. d. Red.] gibt es ein Treffen mit den Gewerkschaften zum normativen Teil, am 17. März geht es um den ökonomischen Teil. Man sollte doch erst einmal abwarten, was dabei herauskommt. Und das Gleiche gilt für das Bildungsomnibus.<BR /><b><BR />Haben die Ankündigungen der Initiativgruppen Auswirkungen – etwa auf die Verhandlungen? <BR /></b><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Achammer: Nein – bei allem Respekt für diese Gruppen, sie sind keine Verhandlungspartner. Verhandelt wird mit den Gewerkschaften. Und gemeinsam haben wir vereinbart, jetzt erst einmal die Köpfe zusammenzustecken und Ergebnisse zu liefern. Und erst dann zu berichten. Noch gibt es nichts zu berichten, weil es leider nur schleppend weitergeht.