„Enttäuschend“ nannte der österreichische Umweltminister Andrä Rupprechter den Umstand, dass dem neuen Entwurf die ehrgeizigen Ziele noch fehlen. Grundsätzlich froh stimme ihn jedoch, „dass mit dem Text nun Bewegung in die Verhandlungen gekommen ist“, sagte er nach der EU-Koordinationssitzung auf der UN-Klimakonferenz.„Jedes Wort wird Konsequenzen für die Zukunft unserer Welt haben“, sagte Rupprechter über den 29 Seiten umfassen Text. Daher brauche es jetzt einmal Zeit für die Analyse der noch vorhandenen Optionen.Die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks sprach gleichwohl von einem „wichtigen Schritt nach vorn“; Umweltverbände äußerten sich zurückhaltender. Hendricks sagte, sie rechne noch am Abend mit intensiven, weiteren Verhandlungen: „Wir richten uns auf eine lange Nacht ein.“"Waren alle gemeinsam blind"„Wir haben Fortschritte erzielt, aber es ist noch viel zu tun“, sagte Fabius, der auch Konferenzpräsident ist. „Ich bin absolut überzeugt, dass wir in der Lage sein werden, eine Vereinbarung zu erzielen.“ Ziel bleibe ein rechtlich bindendes Abkommen, das fair und umfassend sei. Dazu werde es aber auch nötig sein, Kompromisse zu schließen.„Wir sind nicht nur für uns selbst verantwortlich, wir sind verantwortlich für die Zukunft“, sagte US-Außenminister John Kerry am Rande der Beratungen. „Unsere Kinder und Enkel werden uns fragen, wie wir alle gemeinsam so blind sein konnten“, sagte Kerry und warnte vor weiteren Versäumnissen beim Klimaschutz.Die USA kündigten an, ihren jährlichen Beitrag für internationale Klimaanpassung bis 2020 auf 800 Millionen Dollar (735 Mio. Euro) zu verdoppeln.Ärmeren Länder in Sachen Klimaschutz helfenAufgegriffen wird das Versprechen, ärmeren Ländern von 2020 an jährlich 100 Milliarden Dollar (gut 91 Milliarden Euro) für Klimaschutz und zur Bewältigung von Klimafolgen zur Verfügung zu stellen. Mehrere Varianten gibt es auch zu Forderungen vor allem von Entwicklungsländern nach Schadenersatz für Klimaschäden.„Die entscheidenden Weichen sind noch nicht gestellt, derzeit sind Optionen in alle Richtungen im Text enthalten“, kommentierte die WWF-Klimaexpertin Regine Günther. Auch Sprecher weiterer Organisationen vermissten klare Festlegungen. Umweltaktivisten demonstrierten auf dem Konferenzgelände für ein anspruchsvolles Abkommen. Dieses soll offiziell bis Freitag vereinbart werden.apa/afp