<b>Von Micaela Taroni<BR /></b><BR />Der WWF-Verband berichtet von zahlreichen stabilen Vorkommen des <BR />Europäischen Flusskrebses entlang des östlichen Ufers des Gardasees. <BR />Die Rückkehr der Art wurde durch Beobachtungen, Fotos und <BR />Videoaufnahmen aus ihrem natürlichen Lebensraum dokumentiert. Für Experten ist die Entwicklung von besonderer Bedeutung. <BR /><BR />Der Flusskrebs ist der einzige heimische Zehnfußkrebs in italienischen Süßgewässern. Die Tiere leben im Gardasee in mehreren Metern Tiefe und gelten als empfindliche Bewohner naturnaher Gewässer. Ihr Auftreten deutet nach Einschätzung des WWF auf Bereiche mit guter Wasserqualität und einem intakten ökologischen Umfeld hin.<h3> Rückkehr insbesondere am veronesischen Ufer des Gardasees</h3>„Zahlreiche Sichtungen, die durch Aufnahmen aus dem natürlichen <BR />Lebensraum bestätigt wurden, zeigen die Rückkehr der Art, besonders am veronesischen Ufer des Gardasees“, erklärt WWF-Referent Paolo <BR />Zanollo. Besonders bemerkenswert sei, dass sowohl erwachsene Tiere als auch Jungtiere beobachtet wurden. Dies könne darauf hindeuten,dass <BR />sich einzelne Populationen dauerhaft im See etabliert haben.<BR /><BR />Eine weitere Entdeckung macht den Flusskrebs für Ökologen besonders <BR />interessant: Nach Beobachtungen des WWF könnte er auch von der <BR />Zebramuschel (Dreissena polymorpha) profitieren. Die invasive <BR />Muschelart ist seit den 1980er-Jahren im Gardasee verbreitet und hat <BR />das Ökosystem verändert. Dass der heimische Krebs offenbar auch diese Muscheln frisst, könnte langfristig dazu beitragen, ihre Ausbreitung <BR />zu begrenzen.<h3> „Der Flusskrebs ist ein hervorragender Indikator für die Gesundheit von Süßwasserökosystemen“</h3>Experten setzen Untersuchungen deshalb fort. Durch gezielte Tauchgänge <BR />sowie Meldungen von Bürgern und Tauchern soll die Verbreitung der Art genauer erfasst werden. Die Forscher wollen herausfinden, wie groß die Populationen sind, wie gesund sie sind und welche Rolle der Flusskrebs im komplexen Gleichgewicht des Gardasees spielt.<BR /><BR />„Der Flusskrebs ist ein hervorragender Indikator für die Gesundheit <BR />von Süßwasserökosystemen“, betont der WWF. Seine Anwesenheit spreche für sauerstoffreiche, saubere Gewässer mit einer vielfältigen Umweltstruktur. Die Naturschützer bitten Besucher des Gardasees, entdeckte Tiere nicht anzufassen, einzufangen oder zu stören. <BR /><BR />Stattdessen sollen Beobachtungen mit Fotos oder Videos gemeldet <BR />werden, um die weitere Entwicklung der seltenen Art wissenschaftlich <BR />begleiten und schützen zu können.