Möglicherweise sind unter den in der Krypta in Rom bestatteten Soldaten noch ein oder zwei weitere Südtiroler, diese konnten aber bislang noch nicht eindeutig identifiziert werden.<BR /><BR /><BR /><BR />Unter der Federführung des damaligen Rektors der Anima wurden im Jahr 1937 über 450 österreichisch-ungarische Soldaten des Ersten Weltkrieges in die Krypta der Kirche S. Maria dell’Anima überführt. Sie waren in Italien als Kriegsgefangene gestorben und zunächst auf anderen Friedhöfen beigesetzt worden. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="743441_image" /></div> Im Hinblick auf das in diesem Jahr fällige 85-Jahr-Jubiläum der Umbettung der Gebeine arbeitet ein internationales Forschungsteam bestehend aus Historikerinnen und Historikern aus Österreich, Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Kroatien, Serbien und Italien daran, möglichst viele dieser Soldaten zu identifizieren und nach Möglichkeit auch Kontakt mit Nachfahren aufzunehmen. Das Projekt wird von Dr. Tamara Scheer (Universität Wien / Päpstliches Institut Santa Maria dell’Anima) geleitet und von der Wissenschaftskommission des Österreichischen Bundesministeriums für Landesverteidigung gefördert.<BR /><BR />Bisher waren nur etwas mehr als die Hälfte dieser Soldaten identifiziert, der Rest galt als vermisst. Da diese Soldaten aus allen Teilen der ehemaligen Habsburgermonarchie stammen, wurden viele der Namen von den damals beteiligten Behörden falsch geschrieben. Zudem war nach dem Ersten Weltkrieg die grenzübergreifende Zusammenarbeit eingeschränkt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="743444_image" /></div> Im Rahmen der Forschungsarbeiten konnten in den letzten Monaten nicht wenige der bisher Vermissten eindeutig zugeordnet werden, darunter auch Michael Schroffenegger (Jahrgang 1883), ein Zimmermann aus Tiers. Er galt seit November 1918 als in Italien vermisst. Nun konnte festgestellt werden, dass er am 24. Jänner 1919 in einem Militärspital in Rom gestorben und in der Krypta der Anima begraben ist.<BR /><BR /> Möglicherweise sind unter den dort bestatteten Soldaten noch ein oder zwei weitere Südtiroler, diese konnten aber bislang noch nicht eindeutig identifiziert werden.<BR /><BR />Die Kapelle über der Begräbnisstätte der Kriegsopfer in der Krypta der Anima wurde bereits 1937 als Gedächtnisort eingerichtet; sie dient heute auch als Beichtkapelle. Zum Jubiläum soll ein Gedenkbuch entstehen, um diesen unbekannten Soldaten wieder ein Gesicht zu geben. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="743447_image" /></div> Soldatengräber sind immer stumme Zeugen der Sinnlosigkeit des Krieges und bleibende Mahnstätten für den Frieden. Das wird uns in diesen Tagen wohl wieder besonders bewusst, wo der Krieg in seiner irrsinnigen Grausamkeit ins Herz Europas zurückgekehrt ist.<BR /><BR />Eine detaillierte Beschreibung des Projektes und eine (laufend aktualisierte) Namensliste findet sich <a href="https://bit.ly/3JVRcFR" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">hier</a>! <BR /><BR />