Der 45-jährige Mann aus dem Trentino bekam zwei Jahren Haft auf Bewährung. Das berichtet die Tageszeitung „L'Adige“. Der angeklagte Familienvater, ein Handwerker, hat vor Gericht zugegeben, ein wenig präsenter Partner gewesen zu sein. Die Spannungen in der Familie hätten sich jedoch erst verschärft, als die Frau die Absicht geäußert hatte, die Beziehung zu beenden. <BR /><BR />Der Mann wollte sich jedoch nicht trennen. Als praktizierender evangelischer Christ betrachtet er die Ehe als eine unauflösliche Verbindung der Seelen, erklärte er vor Gericht, schreibt die Tageszeitung „L'Adige“. <h3> Situation eskaliert im September 2023</h3>Im Verlauf eines heftigen Streits beschimpfte der Mann seine Frau vor den Kindern, zerrte sie durch den Flur und schlug ihren Kopf gegen die Wand. Er zerstörte ihr Handy und trat mit Gewalt gegen die Tür des Raumes, in den sie sich eingeschlossen hatte.<BR /><BR />Mit dem wenige Monate alten Baby im Arm gelang ihr schließlich die Flucht zu einer Nachbarin, von wo aus sie die Carabinieri rief und sich im Krankenhaus behandeln ließ. Daraufhin wurde der Mann umgehend von der Familie getrennt und lebt seither bei einem Bekannten.<BR /><BR />In ihrer Anzeige berichtete die Frau von der psychischen und wirtschaftlichen Gewalt, der sie seit 2012 ausgesetzt war. Vor allem durfte sie nie einer Arbeit nachgehen: Sie war gezwungen, zu Hause zu bleiben, nicht nur, um sich um den Haushalt zu kümmern und die fünf Kinder zu versorgen, sondern auch – so behauptete sie – damit sie nicht an Arbeitsorten mit anderen Männern in Kontakt kam. <h3> Frau wollte wieder arbeiten gehen</h3>Das Geld nach Hause brachte ihr Mann, der morgens das Haus verließ und abends zurückkehrte, ohne ihr Aufmerksamkeit zu schenken; er gab ihr die Bankomatkarte für Einkäufe, kontrollierte, wie viel ausgegeben wurde, wollte aber nicht, dass sie andere Einkünfte hatte. Im Frühjahr 2023 hatte die Frau, die es leid war, sich auf die Rolle der Mutter und Haushälterin beschränkt zu fühlen, gesagt, dass sie sich trennen wolle, und damit gegen das „Credo“ ihres Mannes, eines überzeugten evangelikalen Christen, verstoßen. <BR /><BR />Für den Mann war der Wunsch seiner Frau in erster Linie eine Beleidigung seiner Religion. Die Spannungen im Haus nahmen langsam zu, bis es im September 2023 zu einem heftigen Streit kam. <BR /><BR />Auch nach dem Zwischenfall änderte sich das Verhalten des Mannes nur wenig. Unter Berufung auf seine Religion hatte er sich beispielsweise geweigert, eine notwendige Operation eines der Kinder zu erlauben – erst ein gerichtliches Eingreifen machte den Eingriff möglich.<h3> Mann zahlt Schadenersatz</h3>Der Angeklagte schrieb einen Entschuldigungsbrief und gab im Gerichtssaal seine Verfehlungen teilweise zu, wobei er darauf bestand, dass es nicht seine Absicht gewesen sei, seiner Frau psychische Gewalt anzutun. Er zahlte der Frau 5.000 Euro, zu denen noch weitere 7.000 Euro Schadenersatz hinzukamen, die vom Richter zugesprochen wurden, gegenüber den 50.000 Euro, die das Opfer gefordert hatte, heißt es in der Tageszeitung „L'Adige“. <BR /><BR />Die Staatsanwaltschaft forderte drei Jahre Haft. Das Gericht verurteilte ihn zu zwei Jahren Haft, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Verpflichtend für ihn ist zudem die Teilnahme an einem Kurs mit dem Thema „Gewalt gegen Frauen“ und psychologische Betreuung.