Alex Lamprecht hat dem Wunsch und der Sehnsucht, Priester zu werden, nachgegeben. Was einen jungen Menschen dazu bringt, diesen Weg einzuschlagen, berichtet er im Interview.<Fett><BR /><BR /><BR />Wie haben Sie den Glauben und die Kirche in Ihrer Kindheit und Jugend erlebt?</Fett><BR />Alex Lamprecht: Ich hatte schon als Kind einen Bezug zur Kirche und besuchte auch regelmäßig die Messfeiern. Ein Vorbild im Glauben war meine Oma, die fest im Glauben verwurzelt war und dort viel Kraft gefunden hat. Als Jugendlicher wurde mir erstmals bewusst, wie schön die Grundbotschaft des Christentums ist: Wir dürfen Gott vertrauen, er ist immer für uns da. Ich habe mich dann tiefer mit den christlichen Themen auseinandergesetzt und auch begonnen, die Bibel zu lesen. Während des Studiums in Wien erlebte ich junge Leute, die begeistert von ihrem Glauben waren. Das hat mich sehr beeindruckt und ihre Freude hat mich mitgerissen. <BR /><BR /><Fett>Wann dachten Sie erstmals daran, Priester zu werden?</Fett><BR />Lamprecht: Während einer dieser Veranstaltungen in Wien kam mir erstmals der Gedanke. Ich verwarf ihn allerdings bald wieder, weil ich eigentlich immer eine Familie gründen wollte. Diese Sehnsucht, dieser Wunsch, Priester zu werden, war aber sehr stark und ist geblieben. <BR /><BR /><BR /><Fett>Sie waren dann auch als Präfekt im Vinzentinum tätig.</Fett><BR />Lamprecht: Diese Zeit war für mich sehr prägend, intensiv, aber auch fordernd. Ich konnte die Buben auf ihrem Glaubensweg begleiten. Sie haben mir viel von ihrem Alltag erzählt und ich erfuhr, wie schön es ist, Freude am katholischen Glauben zu vermitteln. Gleichzeitig nahm ich aber auch die Schwierigkeiten war, die viele Menschen mit Bereichen der katholischen Kirche und Lehre haben. <BR /><BR /><BR /><Fett>Wie erleben Sie den Alltag im Priesterseminar?</Fett><BR />Lamprecht: Es war zunächst eine große Umstellung. Der Alltag ist klar geregelt, es gibt täglich Programm. Interessant und wertvoll ist der Austausch mit den Seminaristen aus Afrika und Indien. Das Studium der Theologie ist eine Herausforderung, weil dadurch vieles in Frage gestellt wird und neu reflektiert und durchdacht werden muss. Herausfordernd, aber auch eine absolute Bereicherung, weil man dadurch verstärkt in kirchliche und religiöse Themen vordringt. <BR /><BR /><BR /><Fett>Was sind die großen Herausforderungen für die Priester der Zukunft?</Fett><BR />Lamprecht: Als Priesteranwärter weckt man große Hoffnung und Freude, gleichzeitig bedeutet das auch Verantwortung. Mein Ziel ist es, ein Priester von nebenan zu werden. Es ist für den Priester eine große Aufgabe, authentisch zu leben und die Freude des Glaubens zu vermitteln. Wichtig ist die Beziehungspflege zu Gott und den Mitmenschen. Wenn diese Beziehungen gut sind, kann ein Leben als Priester erfüllen und gelingen. <BR /><BR /><BR /><Fett>Die Priester heute sind vielfach überlastet. Ängstigen Sie diese Zukunftsaussichten?<BR /></Fett>Lamprecht: Es wird in Zukunft eine große Aufgabe, auf die Priester zu schauen. Heute muss der Priester alles können: Vom Seelsorger bis zum Manager soll er alle Kompetenzen abdecken. Damit die Pfarrer nicht an ihre Grenzen kommen, braucht es Begleitung und Unterstützung, auch von den Laien. Alle Christen sind aufgerufen, die eigene Berufung zu leben und ihrem Beitrag zum Gelingen des Ganzen zu leisten.<BR />