Als freundlicher Nachbar, der immer grüßte, und als fleißige Arbeitskraft wurde Omer Cim bei der gestrigen Verhandlung im Schwurgerichtsprozess wegen des Mordes an Celine Frei Matzohl von seinen ehemaligen Nachbarn, Arbeitskollegen und Chefs beschrieben.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1123353_image" /></div> <BR />Viele der zahlreichen Zeugen, die gestern am Bozner Landesgericht einvernommen wurden, berichteten aber auch von einer negativen Wendung in Cims Verhalten. „Er sollte um 8 Uhr anfangen zu arbeiten, rief aber an, um zu sagen, dass er erst um 10 oder 11 kommen würde – manchmal kam er auch gar nicht“, sagte etwa ein ehemaliger Arbeitgeber des Angeklagten. <BR /><BR />Eine andere Zeugin, die Cim als Hotelmitarbeiter eingestellt hatte, beschrieb ein ähnliches Verhalten des Angeklagten. Letztere sprach auch von der Freundschaft zwischen Cim und einer bundesdeutschen Praktikantin in ihrem Betrieb. Auch sie wurde gestern in den Zeugenstand gerufen. <h3> „Er wollte dass ich ihm gehöre“</h3>Sie sei 2021 nach Südtirol gezogen, habe niemanden gekannt und Kontakte knüpfen wollen. Ihr Arbeitskollege Cim habe freundlich gewirkt. Sie hätten sich über den Zeitraum von 2 Monaten einige Male außerhalb der Arbeit getroffen. In einem Fall „gab er mir zu verstehen, dass er eine Beziehung mit mir wollte“, sagte die junge Zeugin. <BR /><BR />„Ich sagte Nein. Er sagte, er wolle, dass ich ihm gehöre, bat mich, ihn zu küssen. Aber ich sagte Nein“, so die junge Frau, deren Tränen zum Ausdruck brachten, wie sehr sie die Anhörung belastete – vor allem angesichts dessen, was man Cim nun vorwirft.<BR /><BR />So ahnten auch 3 Nachbarn des Angeklagten nicht, dass es sich bei jenen Flecken, die sie in der Tatnacht an einer Wand im Treppenhaus und am Türknauf bemerkten, um Blut handelte. <BR /><BR />Wie berichtet, wird Cim zur Last gelegt, Celine Frei Matzohl mit 9 Messerstichen getötet zu haben, unter den erschwerenden Umständen, dass er mit Vorbedacht gehandelt sowie eine Beziehung mit dem Opfer hatte. Weiters wird Cim der Bedrohung seiner damaligen Partnerin, der Körperverletzung und des Widerstands gegen die Staatsgewalt bezichtigt. <BR /><BR /> Nach rund 6 Stunden vertagte das Schwurgericht (Vorsitz Richter Stefan Tappeiner) die Verhandlung auf den 4. Februar für die Einvernahmen von weiteren Zeugen.