Dienstag, 27. Oktober 2015

Erdbeben am Hindukusch – Schon über 300 Tote

Bei dem schweren Erdbeben im Hindukusch sind mindestens 300 Menschen ums Leben gekommen. In Pakistan wurden nach offiziellen Angaben vom Dienstag 230 Tote gefunden. In Afghanistan starben mindestens 76 Menschen. „Die Zahlen könnten noch steigen“, erklärte Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah via Twitter. 4000 Häuser seien beschädigt worden.

Das Erdbeben vom Montag hat in Afghanistan, Pakistan und Tadschikistan schwere Schäden verursacht.
Das Erdbeben vom Montag hat in Afghanistan, Pakistan und Tadschikistan schwere Schäden verursacht. - Foto: © APA/EPA

Das Epizentrum des Erdbebens der Stärke 7,5 am Montag lag in Badachshan im Dreiländereck zwischen Afghanistan, Pakistan und Tadschikistan. In den Krankenhäusern wurden Hunderte Menschen behandelt, allein in Pakistan gab es rund 1200 Verletzte.

In Afghanistan kommen die Helfer nur schwer zu den Opfern durch. Erdrutsche blockieren die Wege in der bergigen Region. Außerdem seien viele Straßen unpassierbar, weil sie von den rakikalislamischen Taliban kontrolliert würden, sagte Mawlawi Hamidullah Muslim, Mitglied des Provinzrates im afghanischen Badachshan, am Dienstag. In Badachshan lag das Epizentrum des Bebens der Stärke 7,5, das am Montag die Region erschütterte.

Unter anderem boten Indien und die USA ihre Hilfe an. Pakistans Premierminister Nawaz Sharif aber lehnte dankend ab. „Unsere eigenen Ressourcen sind ausreichend, um mit der Tragödie fertig zu werden“, erklärte er. Auch die Vereinten Nationen erklärten, sie stünden für Rettungsarbeiten bereit, falls es Bedarf gebe.

Nach Angaben der pakistanischen Zeitung „Dawn“ sendete die Regierung bisher 2000 Zelte und ein mobiles Krankenhaus in die Region. Die Hilfsorganisation Roter Halbmond ist sowohl in Pakistan als auch Afghanistan mit Teams unterwegs. Pakistans Armee erklärte, Wege durch 27 von 45 Erdrutschen geschaufelt zu haben. Vier Helikopter seien unterwegs.

apa/dpa

stol