Sonntag, 17. April 2016

Erdbeben in Ecuador: Zahl der Toten steigt auf 233

Die Zahl der Toten nach dem schweren Erdbeben in Ecuador ist auf mindestens 233 gestiegen. Das teilte Präsident Rafael Correa über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Die Zahl der Toten nach dem starken Erdbeben in Ecuador ist auf 233 gestiegen.
Die Zahl der Toten nach dem starken Erdbeben in Ecuador ist auf 233 gestiegen. - Foto: © APA/AFP

Hunderte Tote und verwüstete Städte: Ein schweres Erdbeben hat Ecuador getroffen. Mindestens 233 Menschen starben in dem südamerikanischen Land, weitere Hunderte wurden verletzt. Die Behörden rechnen mit weiteren Opfern, die Rettungsarbeiten dauerten am Sonntag an.

Das Epizentrum des Bebens der Stärke 7,8 vom Samstagabend (Ortszeit) lag in der westlichen Provinz Esmeraldas, die Erdstöße und Dutzende Nachbeben waren landesweit zu spüren.

Die Regierung rief für mehrere Regionen den Ausnahmezustand aus. Das komplette Ausmaß des Unglücks war noch schwer abzuschätzen. Nach Regierungsangaben war es das stärkste Beben in Ecuador seit 1979.

Präsident und Papst sprechen Mut und Mitgefühl aus

Präsident Rafael Correa sprach Opfern und Angehörigen über Twitter sein Mitgefühl aus. Der Staatschef befand sich zum Zeitpunkt des Bebens in Europa und wollte nach Regierungsangaben noch am Sonntag direkt nach Esmeraldas reisen.

„Ich umarme das Land, es ist eine schmerzhafte Bewährungsprobe, aber wir werden weitermachen, mit Ruhe, mit Herzblut und mit Koordination“, sagte Correa in einem Telefoninterview des Staatsfernsehens. Das Wichtigste sei jetzt, menschliches Leben zu sichern.

„Bis jetzt haben wir Dutzende Todesopfer gefunden. Das zerstört uns das Herz, die Seele. Aber ich bitte das Land um Ruhe und Geschlossenheit.“ Auch Papst Franziskus drückte den Opfern sein Mitgefühl aus.

Die Menschen berichteten von Panik-Szenen nach dem Erdbeben. In sozialen Netzwerken wurden Bilder völlig zerstörter Straßenzüge und schwer beschädigter Häuser verbreitet. Hunderte Familien schliefen in Esmeraldas aus Angst vor Nachbeben auf den Straßen, schrieb die Zeitung „El Comercio“. Die Lage war dort auch am Sonntag angespannt. „Die Menschen sammeln Lebensmittel und packen Koffer“, sagte ein Anwohner dem regionalen Fernsehsender Telesur.

In ersten Berichten war von mehr als 100 komplett zerstörten Häusern landesweit die Rede. Nach Angaben von Einsatzkräften wurden zwei wichtige Verbindungsstraßen zwischen Küste und Landesinnerem wegen Schäden gesperrt. Auch aus Guayaquil, der bevölkerungsreichsten Stadt des Landes, wurden schwere Schäden und Tote gemeldet. Eine Tsunami-Warnung, die das Pazifik-Zentrum herausgegeben hatte, wurde inzwischen wieder aufgehoben.

apa/dpa

stol