Dienstag, 24. März 2020

Erdbeben in Zagreb fordert ein Todesopfer

Das Erdbeben, das am Sonntag die kroatische Hauptstadt Zagreb erschütterte, forderte ein Todesopfer.

Zagrebs Innenstadt hat bei dem Erdbeben schwere Schäden erlitten.
Zagrebs Innenstadt hat bei dem Erdbeben schwere Schäden erlitten. - Foto: © APA (AFP) / DAMIR SENCAR
Ein 15-jähriges Mädchen, das bei dem Beben in der Familienwohnung schwer verletzt wurde, ist am Montagnachmittag gestorben, berichteten kroatische Medien. Das Mädchen hatte lebensgefährliche Kopfverletzungen erlitten und befand sich seit Sonntag im kritischen Zustand.

„Trotz aller ärztlichen Bemühungen ist das Mädchen ihren schweren Verletzungen erlegen“, sagte der Direktor der Zagreber Kinderklinik, Goran Roic. Bei dem Erdbeben wurden weitere 26 Menschen verletzt, 18 davon schwer, jedoch niemand lebensgefährlich.

Das Erdbeben richtete massive Schäden in Zagrebs Innenstadt an, wo viele Gebäuden über 100 Jahre alt sind. Mindestens 250 Objekte seien beschädigt worden, sagte der Leiter des Zivilschutzstabs, Innenminister Davor Bozinovic. Bauexperten sind weiterhin im Einsatz, um die beschädigten Gebäuden zu untersuchen. Bei den Aufräumarbeiten halfen am Montag 150 Soldaten, weitere 300 waren in Bereitschaft, hieß es.

Rund 60 Personen mussten die Nacht in einem Studentenwohnheim verbringen, das als Notunterkunft für jene Stadtbewohner zur Verfügung gestellt wurde, deren Wohnungen zu sehr beschädigt worden sind. In dem Studentencampus gibt es Platz für bis zu 1700 Menschen. Dazu hat der Zivilschutz auf einem Platz im Zentrum der Stadt Zelte für 500 Personen aufgestellt.

Seit Sonntagfrüh hat die Erde nicht aufgehört zu beben. Nach den beiden stärksten Beben am Sonntagfrüh - die laut dem European-Mediterranean Seismological Centre (EMSC) eine Stärke von 5,3 bzw. 5.0 erreichten - ereigneten sich in Zagreb mehrere Dutzend Nachbeben mit niedrigerer Intensität. Am Montag um 11.12 Uhr war ein weiteres Beben zu spüren - laut EMSC hatte es eine Stärke von 3,7.

apa