Sonntag, 03. Mai 2015

Erdbebenopfer müssen weiter unter freiem Himmel schlafen

Mehr als eine Woche nach dem verheerenden Himalaya-Erdbeben müssen viele Erdbeben-Opfer in Nepal weiter unter freiem Himmel schlafen. Sie seien dringend auf gute Zelte und Werkzeuge zur Reparatur von Unterkünften angewiesen, teilte das UN-Büro für Katastrophenhilfe (OCHO) in der Nacht zum Sonntag mit.

Foto: © APA/AP

In den am schwersten betroffenen Distrikten Gorkha und Sindupalchowk seien bis zu 90 Prozent der Häuser, die meist aus Lehm und Steinen bestehen, zerstört worden. In anderen Distrikten seien es 80 Prozent. Unterdessen stieg die Zahl der Toten allein in Nepal auf mehr als 6.800. In Indien und China kamen zusammen 100 Menschen ums Leben.

Unterdessen zogen sich quasi alle Expeditionsteams vom Monut Everest zurück. Wer noch am höchsten Berg der Welt sei, packe in den kommenden Tagen zusammen, meldete der belgische Bergsteiger Damien Francois aus dem Basislager.

Das Lager sehe durch die Lawine aus „wie nach einem Tsunami“. Derzeit räumten die wenigen verbliebenen Bergsteiger und ein Team der indischen Armee die Überreste zusammen, die durch die Druckwelle bis zu einen Kilometer weit geschleudert wurden.

Bei dem gewaltigen Erdbeben am vergangenen Samstag hatten sich im Mount-Everest-Massiv zahlreiche Lawinen gelöst. Dabei kamen mindestens 18 Menschen ums Leben, darunter nach Angaben von Nepals Bergsteigervereinigung eine Australierin, zwei US-Amerikaner, ein Japaner und ein Chinese. Die Regierung Nepals erklärte zunächst, den Berg von der Südseite nicht schließen zu wollen.

China hingegen hatte schnell alle Klettertouren auf der Nordseite während der Frühlingssaison verboten.

Die Sherpas wollten jetzt lieber bei ihren Familien sein, denn auch dort seien viele Häuser zerstört worden, sagte Lhakpa Sherpa. Er war selbst während der Lawine im Basislager, um zum fünften Mal auf den Everest zu steigen. In der Lawine verlor er einen Großteil seiner Ausrüstung. „Das gilt auch für viele andere. Wir können also nicht mehr klettern“, sagte er. Die Regierung hätte den Berg schließen sollen, findet er.

apa/dpa

stol