Nach fast einem halben Jahr auf der Internationalen Raumstation ISS ist der deutsche Astronaut Alexander Gerst wohlbehalten in der Steppe von Kasachstan gelandet.„Die Erde riecht großartig. Und mir ist zum ersten Mal das Wort ,Heimatplanet' wirklich klar geworden“, schrieb der 38-jährige Geophysiker nach der Ankunft in der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik bei Twitter.Die Sojus-Kapsel mit Gerst und dem Russen Maxim Surajew sowie dem US-Amerikaner Reid Wiseman hatte am Montagmorgen gegen 4.58 Uhr MEZ (9.58 Uhr Ortszeit) in der leicht verschneiten Landschaft aufgesetzt.Gerst war der elfte Deutsche im All. „Es ist schön, wieder zu Hause zu sein. Nur die Schwerkraft zieht mich etwas runter“, meinte er nach der Landung. Etwa dreieinhalb Stunden vor der Ankunft in Kasachstan hatte die Sojus vom Außenposten der Menschheit abgekoppelt.Willkommensparty in Heimatstadt KünzelsauIn Gersts Heimatstadt Künzelsau (Baden-Württemberg) verfolgten rund 50 Mitarbeiter der Verwaltung und Mitglieder des Gemeinderats die Aufzeichnungen der Landung. „Als Alexander Gerst den Arm hob und wir sehen konnten, dass alles gut gelaufen ist, gab es natürlich ganz viel Beifall“, sagte Sprecherin Elke Sturm. Bürgermeister Stefan Neumann sagte dem berühmten Sohn der Stadt eine Willkommensparty zu.Gerst ist noch am Montagabend - gut gelaunt - in Köln gelandet, wo er medizinisch betreut werden soll. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, der sich zu Gesprächen in Kasachstan aufhielt, gratulierte Gerst. „Ich wünsche mir, dass das, was die Astronauten von oben gesehen haben, eine Welt ohne Grenzen, uns gelegentlich auch daran erinnert, dass wir noch größere Probleme auf dieser Welt haben als die Grenzkonflikte, die heute Anlass zu Streitereien sind“, sagte er.Raumkapsel von Fallschirmen gebremstDie rund drei Tonnen schwere Sojus war bei frostigen Temperaturen von Fallschirmen gebremst in der Steppe gelandet. Das russische Fernsehen zeigte, wie Helfer die Rückkehrer in ihren Raumanzügen aus der engen Kapsel trugen. Gerst schützte seinen kahlgeschorenen Kopf mit einer weißen Schirmmütze und reckte lächelnd die rechte Faust.Nach der Landung etwa 82 Kilometer nördlich der Stadt Arkalyk mussten die Heimkehrer die erste Zeit auf Klappsesseln verbringen. „Ihr Orientierungssinn ist noch gestört“, sagte ein Arzt. In Decken gehüllt, winkte das Trio in die Kameras. Dann trugen Helfer die Männer zur weiteren Untersuchung in ein großes Zelt.Seit Ende Mai hatten Gerst, Surajew und Wiseman rund 400 Kilometer über der Erde geforscht. Unter den wissenschaftlichen Versuchen waren etwa Experimente zur Alterung der Haut und mit Metallen für Turbinen.dpa