Derzeit ist das Verhältnis folgendes: Bozens Fernwärme stammt zu 80 Prozent aus der Wärme, die bei der Müllverbrennung entsteht. Diese allein reicht jedoch nicht aus, um den gesamten Fernwärmebedarf zu decken, sodass Gas zugekauft werden muss. Dieses stammt bekanntlich aus Russland, Algerien oder anderen Ländern. „Das Fernwärmenetz wird in den nächsten Jahren von Seiten der Alperia EcoPlus deutlich ausgebaut. Es sind Netzteile in der Rom-, Dalmatien-, Turin- und Vicenzastraße, im Zentrum, in der Schlachthofstraße und einigen weiteren Orten geplant“, erklärt Vizebürgermeister Stephan Konder. Insgesamt werden etwa 11 Kilometer dazukommen. <BR /><BR />Wie jedoch soll die dafür notwendige Wärme aufgebracht werden? „Aufgrund der heute geltenden gesetzlichen Bestimmungen kann die Müllverwertungsanlage nicht intensiver genutzt werden“, stellt Konder fest. Es müsse also entweder noch mehr Gas zugekauft werden (es sei von einer Erhöhung des Anteils auf 40 Prozent auszugehen), oder es sei an andere Quellen zu denken. Konder schlägt eine Biogasanlage vor, die den zusätzlichen Wärmebedarf decken könnte. Genutzt werden sollen Lebensmittelreste, nicht landwirtschaftliche Abfallprodukte. „Biogas ist Co²-neutral und die notwendige Anlage könnte in der Nähe der Müllverbrennungsanlage errichtet werden“, stellt sich Konder vor. Dort könne die Wärme optimal ins Fernwärmenetz eingespeist werden und auch eine Fläche von maximal einem Hektar sei verfügbar. Die Kosten schätzt er auf 20 Millionen Euro. <BR /><BR />Eine Biomasseanlage hält Konder für weniger sinnvoll, denn das Holz müsse naturbelassen sein, der Markt sei gesättigt und es mache keinen Sinn, Holz aus anderen Ländern zu importieren. Die Biogasanlage könnte mit den Abfällen großer Industriebetriebe, wie etwa Stuffer oder Mila, gespeist werden.