Montag, 25. Januar 2021

Erhebliche Lawinengefahr im ganzen Land

Die Lawinensituation in Südtirol ist aktuell aufgrund der großen Schneemassen im ganzen Land angespannt. Eine Entspannung der Lage ist laut aktuellem Euregio-Lawinenlagebericht nicht absehbar.

Für Wintersport sind die Verhältnisse heikel. Vorsicht und Zurückhaltung sind empfohlen. (Symbolbild)
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Für Wintersport sind die Verhältnisse heikel. Vorsicht und Zurückhaltung sind empfohlen. (Symbolbild) - Foto: © shutterstock
Der Neuschnee am Wochenende hat wieder zahlreiche Tourengeher und Wanderer im ganzen Land auf die Berge gelockt. Doch leider lauert in der weißen Pracht auch eine große Gefahr: Die gewaltige Kraft von Lawinen hat sich am Wochenende wieder gezeigt.

Am Samstagvormittag rollte in Lappach über den Knollbach eine riesige Lawine zu Tale und riss alles mit, was sich ihr in den Weg stellte.

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Ebenfalls am Samstag ging im Sarntal eine Lawine auf die Straße zwischen Weißenbach und Pens ab. Glücklicherweise wurden dabei keine Personen verletzt, da die Straße schon im Vorfeld gesperrt worden war.

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Großes Glück hatte hingegen ein Snowboarder am Jochgrimm am Sonntag. Laut Augenzeugen hat er angeblich wenig unterhalb des Schwarzhorn-Gipfels eine Lawine ausgelöst. Glücklicher Weise geriet er selbst nicht unter die Schneemassen. STOL hat berichtet.

Tendenz: Kaum Rückgang der Gefahr

Laut dem aktuellen Lawinenreport gilt auch am Montag in ganz Südtirol weiterhin Gefahrenstufe 3 – es herrscht also überall erhebliche Lawinengefahr. Dabei stellen Triebschnee und schwacher Altschnee die größten Gefahrenquellen dar.



„Lawinen können teilweise in tiefen Schichten ausgelöst werden und vereinzelt groß werden, vor allem in windgeschützten Lagen sowie im Bereich der Waldgrenze. Vorsicht ist an eher schneearmen Stellen sowie an Übergängen von wenig zu viel Schnee geboten. Fernauslösungen sind vereinzelt möglich. Dies an allen Expositionen“, lautet es im Euregio-Lawinenlagebericht.

Besonders in höheren Lagen oberhalb der Waldgrenze nimmt die Gefahr zu. Dort können Lawinen schon von einzelnen Wintersportlern leicht ausgelöst werden. Daher sind viel Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr und große Zurückhaltung beim Schneesport nötig. Ein Rückgang der Lawinengefahr ist auch in den kommenden Tagen nicht abzusehen.

Ungünstiger Aufbau der Schneedecke

In den vergangenen Tagen ist verbreitet viel Schnee gefallen. Der starke Wind hat den Neuschnee verfrachtet. Neu- und Triebschnee liegen stellenweise auf weichen Schichten übereinander.

Die Altschneedecke ist kantig aufgebaut und schwach, vor allem an eher schneearmen Stellen sowie an Übergängen von wenig zu viel Schnee. Wummgeräusche und Lawinenabgänge bestätigen den ungünstigen Schneedeckenaufbau, wie aus dem Lawinenreport hervorgeht.

Auch in den nächsten Tagen soll es vereinzelt wieder schneien. Mit Neuschnee und Wind aus wechselnden Richtungen entstehen so an allen Expositionen weitere Triebschneeansammlungen.

Alles zum Bergwetter finden Sie auch auf der STOL-Wetterseite.

pho