Dienstag, 04. Januar 2022

Erleben Südtirols Fahrschulen bald einen regelrechten Boom?

Wie steht es um die Südtiroler Fahrschulen? In Deutschland herrscht für das Jahr 2022 Aufbruchsstimmung und man erwartet sogar eine steigende Nachfrage in Sachen Führerscheinprüfungen im Vergleich zum Jahr 2021. Doch wie gestaltet sich die Lage in Südtirol? Kann man auch hierzulande bald von einem „Fahrschul-Boom“ sprechen oder bleibt dieser aus? STOL hat mit Ulrich Focherini, dem Sprecher der Südtiroler Fahrschulen gesprochen.

In Deutschland erwarten die Fahrschulen angeblich einen richtigen Boom, doch wie gestaltet sich die Situation in den Südtiroler Fahrschulen?
Badge Local
In Deutschland erwarten die Fahrschulen angeblich einen richtigen Boom, doch wie gestaltet sich die Situation in den Südtiroler Fahrschulen? - Foto: © shutterstock
STOL: Was hat sich seit Beginn der Corona-Pandemie für die Fahrschulen geändert?

Ulrich Focherini: Die ganzen Abläufe sind wegen der Corona-Pandemie sehr viel aufwendiger geworden. Angefangen mit den Sicherheitsmaßnahmen während der theoretischen Unterrichtsstunden und den zu ergreifenden Hygienemaßnahmen in den Fahrzeugen vor Absolvierung jeder praktischen Fahrstunde. Generell sind die täglichen Abläufe viel zeitaufwendiger geworden.

STOL: Ist die Anzahl der Anmeldungen an den Fahrschulen aufgrund der Corona-Pandemie deutlich zurückgegangen?

Focherini: Es ist durchaus auffällig, dass die Leute insgesamt vorsichtiger geworden sind. Speziell bei den nicht unbedingt notwendigen Führerscheinen, wie beispielsweise den verschiedenen Motorradführerscheinen, oder auch dem Führerschein BE (Kraftwagen bis zu 3500 Kilogramm und bis zu 8 + 1 Sitzplätzen und Anhänger von über 750 Kilogramm bis zu 3500 Kilogramm), sind die Anmeldungen signifikant zurückgegangen.

STOL: Wie geht es den Südtiroler Fahrschulen aktuell?

Focherini: Aktuell kann man leider nicht zufrieden sein, allerdings ist das immer noch Jammern auf hohem Niveau, da es Branchen gibt, die sehr viel härter betroffen sind. Wir hatten glücklicherweise das Privileg, wenn auch unter erschwerten Bedingungen, unsere Arbeit weiterhin zu verrichten. Natürlich befinden wir uns aktuell in einer ganz schwierigen Zeit, jedoch muss man sich als Unternehmen diesen zahlreichen Herausforderungen stellen und ich bin optimistisch, dass wir auch diese Aufgabe meistern werden.



STOL: In Deutschland wird nun ein „Fahrschul-Boom“ erwartet. Kann man einen solchen auch hierzulande erwarten?

Focherini: Prognosen haben wir in den letzten Jahrzehnten bereits oft gemacht und bis zum Schluss waren diese kaum aussagekräftig. Was die Fahrschulen hierzulande angeht, erwarten wir uns definitiv keinen Boom, denn alleine durch den Rückgang der Geburtenrate ist es klar, dass es einen Boom bei uns nicht geben wird. Das derzeitige Ziel der Südtiroler Fahrschulen ist es, die aktuellen Einschreibungszahlen zu halten und die Herausforderung „Corona-Pandemie“ bestmöglich zu bewältigen.

pic