Sonntag, 8. Mai 2022

Ermittlungen gegen „Philosoph des Verbrechens von Butscha“

Die Generalstaatsanwaltschaft in Kiew hat Ermittlungen gegen den russischen Politologen Timofej Sergejzew eingeleitet, der am 3. April ein Manifest veröffentlicht hat, in dem er die Umerziehung der Ukrainer und das Ende eines souveränen Staats namens „Ukraine“ gefordert hatte. Er werde als Verdächtiger in einem Verfahren geführt, das sich mit unter anderem mit öffentlichen Aufrufen zu Völkermord beschäftige, informierte die ukrainische Anklagebehörde am Samstag.

Das Massaker im Kiewer Vorort Butscha sei die Durchführung dessen gewesen, was Timofej Sergejzew in einem Text gefordert hatte. - Foto: © APA/AFP / RONALDO SCHEMIDT

„Laut Informationen der Ermittlungen hat der russische Polittechnologe öffentlich zum Völkermord am ukrainischen Volk durch physische Vernichtung, zu gewaltsamen Veränderungen der Verfassungsordnung und zu Veränderungen bei Territorium sowie Grenzen aufgerufen“, erläuterte die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft ihre Vorwürfe.

Der als einflussreich geltende Sergejzew, der selbst lange als Politikberater in der Ukraine tätig war, hatte seinen nun inkriminierten Artikel „Was Russland mit der Ukraine machen muss“ am 3. April 2022 auf der Internetseite der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti veröffentlicht und damit auch international für Aufmerksamkeit gesorgt.

Da nahezu gleichzeitig das Massaker im Kiewer Vorort Butscha bekannt geworden war, hatte ihn damals der bekannte russische Kulturwissenschafter Gassan Gussejnow als „Philosoph des Verbrechens von Butscha“ bezeichnet. „Das, was in Butscha passiert ist, erweist sich als Durchführung dieses staatlichen russischen Programms auf einem konkreten Frontabschnitt“, hatte Gussejnow erläutert und auf Sergejzews Forderung verwiesen, dass die Russland die Ukraine, ihren Namen und einen beträchtlichen Teil ihrer Bevölkerung vernichten müsse.

Alle Berichte zum Krieg in der Ukraine finden Sie hier.

apa

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