Freitag, 26. Januar 2018

Ermittlungen nach Zugunglück in Mailand

Nach dem Zugunglück mit drei Todesopfern und sechs Schwerverletzten am Donnerstag in Mailand laufen Ermittlungen zur Instandhaltung der Bahnlinie, auf der sich das Unglück ereignet hat, auf Hochtouren. Der Bahnnetzbetreiber RFI stellte ein „Strukturversagen der Gleise” fest. Die Ermittler prüfen nun die Blackbox des Zuges.

Die Räder des Zuges sollen aus den Schienen gesprungen sein. - Foto: APA (AFP)
Die Räder des Zuges sollen aus den Schienen gesprungen sein. - Foto: APA (AFP)

Einige Räder des Zuges waren zwei Kilometer vor dem Unglücksort aus den Schienen gesprungen. Der Waggon kollidierte daraufhin mit mehreren Strommasten neben der Strecke. Das Unglück ereignete sich auf einer der meistbefahrenen Linien des lombardischen Bahnnetzes, auf der 500 Züge am Tag rollen. Wegen des Unfalls kam es zu erheblichen Problemen im regionalen Bahnverkehr, sowie auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Mailand-Venedig. (STOL hat berichtet)

Bei den Todesopfern handelt es sich um drei Frauen. Vier Schwerverletzte liegen noch im Krankenhaus, sie seien jedoch nicht lebensgefährlich verletzt, berichteten italienische Medien. Im dritten Waggon wurde die höchste Anzahl an Verletzten gemeldet.

Der Zug der lombardischen Bahngesellschaft Trenord mit 350 Personen an Bord - vor allem Studenten und Pendler - war am Donnerstag um 5.30 Uhr in Cremona abgefahren und hätte am Mailänder Bahnhof „Porta Garibaldi” eintreffen sollen. Premier Paolo Gentiloni kündigte empfindliche Strafen für etwaige Verantwortliche des Unglücks an.

Papst Franziskus versicherte den Opfern des Zugunglücks seinen geistlichen Beistand. Er teile den Schmerz all derer, die von dem „dramatischen Ereignis” betroffen seien, hieß es in einem am Donnerstagabend vom Vatikan veröffentlichten Beileidsschreiben des Papstes an den Erzbischof von Mailand, Mario Delpini.

apa

stol