Freitag, 10. April 2020

Ermittlungen wegen der hohen Opferzahlen in Seniorenheimen

Von den über 10.000 Todesopfern, die in der Lombardei dem Covid-19 erlegen sind, lebten 1822 in Seniorenheimen. Dies berichtete der Präsident von Italiens Oberstem Gesundheitsinstitut, Silvio Brusaferro, am Freitag.

Die Behörden untersuchen die Zustände im Seniorenheim „Pio Albergo Trivulzio“ in Mailand.
Die Behörden untersuchen die Zustände im Seniorenheim „Pio Albergo Trivulzio“ in Mailand. - Foto: © ANSA / MATTEO BAZZI
Bisher waren keine offiziellen Zahlen zu den Toten in den lombardischen Seniorenheimen veröffentlicht worden. In einigen Gebieten sei die Todesrate unter Senioren in Altersheimen während des Höhepunkts der Infektion klar gestiegen, sagte Brusaferro. In den Seniorenheimen sei die Sterberate jedoch wegen der Grippewelle auch im Jänner und Februar hoch gewesen, sagte der Experte. Wegen den vielen Toten im Mailänder Seniorenheim „Pio Albergo Trivulzio“, in dem mehr als 100 Menschen gestorben sind, leiteten die Justizbehörden eine Untersuchung ein.

Das Durchschnittsalter der Covid-19-Toten in Italien liegt bei 80 Jahren. Die Mehrheit seien Männer mit Vorerkrankungen, sagte Brusaferro bei einer Pressekonferenz in Rom. Die Epidemiekurve gehe in Italien zurück. Seit 5 Tagen sei sowohl die Zahl der Infizierten, die ins Spital eingeliefert werden müssen, sowie jene der Patienten auf den Intensivstationen gesunken. Dies bezeuge, dass der Lockdown greife, so der Experte. Positiv sei auch die Entwicklung in Mittel- und Süditalien, wo die Zahl der Neuinfizierten zurückgehe.

Wichtig sei es jetzt, über die Osterfeierlichkeiten die Ausgangssperre zu berücksichtigen und Menschenversammlungen zu vermeiden. „Die soziale Distanzierung muss weiterhin streng eingehalten werden“, mahnte Brusaferro.

U.a. wollen die Ordnungshüter die Ausgangssperre mit Drohnen und Hubschraubern überwachen.
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apa

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