Der Fall hängt mit dem bereits laufenden Ermittlungsverfahren zusammen, in dem über 40 öffentliche Bedienstete wegen mutmaßlichen Betrugs und mutmaßlicher Urkundenfälschung geführt werden. Gegen einen mutmaßlichen Vermittler wurde laut Aussendung der Finanzpolizei bereits eine beschränkende Maßnahme der persönlichen Freiheit erlassen.<BR /><BR />Auslöser der neuen Ermittlungsphase war ein ungewöhnlich hoher Zustrom von Sprachzertifikaten, die beim Amt für Zweisprachigkeit eingereicht wurden. Viele davon stammen aus Prüfungszentren hunderte Kilometer von Südtirol entfernt – obwohl es im Land selbst mehrere akkreditierte Stellen gibt.<BR /><BR />Insgesamt werden laut Aussendung derzeit rund 1.700 Zertifikate überprüft, ausgestellt zwischen 2020 und Mai 2026. Besonders betroffen ist der Sanitätsbereich, gefolgt von Gemeinden, Landes- und Regionalverwaltungen sowie staatlichen Einrichtungen und öffentlichen Unternehmen.<BR /><BR />Ziel der Ermittlungen ist es, mögliche Vermittlungsstrukturen aufzudecken und die Echtheit der eingereichten Zertifikate zu prüfen. Bei bestätigten Fälschungen drohen die Annullierung des Zweisprachigkeitsnachweises sowie straf- und verwaltungsrechtliche Folgen. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.