Seit Jahren klagt die Genossenschaft Radio Taxi Bozen über einen Mangel an Taxilizenzen in der Stadt. Derzeit gibt es 50 Taxifahrer in der Landeshauptstadt, die die Nachfrage jedoch nicht vollständig decken können. Durchschnittlich werden 65 Fahrten pro Tag nicht durchgeführt, weil schier keine Fahrzeuge zur Verfügung stehen. Die Stadtgemeinde startete deshalb im Juni eine Ausschreibung für zehn neue Taxilizenzen, fünf davon nur für Fahrzeuge zum behindertengerechten Transport.<BR /><BR />Nach einem Monat fällt das Ergebnis aber ziemlich ernüchternd aus. „Es haben sich insgesamt vier Personen gemeldet. Darunter befindet sich allerdings ein Bewerber, dessen Dokumente derzeit noch überprüft werden müssen“, erklärte Mobilitätsstadträtin Johanna Ramoser am Freitag gegenüber „S+“.<h3> „Junge Menschen wollen nicht mehr am Wochenende arbeiten“</h3>„Ich bin zwar nicht enttäuscht, aber trotzdem nicht glücklich mit dem Ergebnis der Ausschreibung“, sagte Erich Vigl, der Präsident der Genossenschaft Radio Taxi Bozen. Er habe zwar mit weniger als fünf Interessenten gerechnet. „Dass sich aber niemand bei der Lizenz für den behindertengerechten Transport meldet, habe ich nicht kommen sehen“, betonte Vigl.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1337412_image" /></div> Das größte Problem sei laut ihm, dass „junge Menschen heutzutage einfach nicht mehr in der Nacht sowie am Wochenende arbeiten wollen“, so Vigl. „Ich habe bereits mit Stadträtin Ramoser gesprochen. Wir sind uns einig: Bei der nächsten Ausschreibung müssen wir den Preis der Lizenz für den Behindertentransport senken“, erklärte der Präsident der Genossenschaft. Die Nachfrage für den Transport eines Menschen mit Beeinträchtigung halte sich zwar in Grenzen. Trotzdem sei die aktuelle Lösung – die Genossenschaft besitzt ein eigenes behindertengerechtes Fahrzeug – auf lange Sicht zu kostspielig.<BR /><BR /><h3> Alternativer Weg für die Vergabe der Lizenzen?</h3>Die vier Kandidaten – sofern der vierte Bewerber zugelassen wird – müssen nun eine mündliche Prüfung vor der Taxikommission der Gemeinde bewältigen. Erst danach können die Lizenzen erworben werden. „Bis die neuen Taxifahrer aber ihren Dienst aufnehmen können, werden aus bürokratischen Gründen noch einige Monate vergehen“, bedauerte Vigl. Bozen brauche jedoch sofort neue Taxifahrer.<BR /><BR />Um nicht noch eine im Nachhinein enttäuschende Ausschreibung auf den Weg zu schicken, könnten die Lizenzen künftig auf einen anderen Weg vergeben werden. Vigl habe eine Idee, wollte diese aber (noch) nicht preisgeben. „Ich habe gehört, dass diese Methode bereits in anderen Städten angewandt wurde. Allerdings ist noch offen, ob die Rechtslage das Vorgehen auch in Bozen zulässt“, so Vigl abschließend.