Nach einer Reihe von Verdachtsfällen greifen Land und Sanitätsbetrieb durch: So soll der Betrug mit den Grünen Pässen aufgedeckt werden. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Als „Heimat der No Vax“ gibt Südtirol derzeit in Italien ein unrühmliches Bild ab. Für manche, die auf krummen Wegen zum Grünen Pass kamen und jene, die dazu beigetragen haben, könnte es jetzt aber eng werden.<BR />„Wir haben 31 Zugänge zu unserer Plattform gesperrt, in der die Daten aus den Testergebnissen eingetragen werden“, bestätigte der Generaldirektor des Sanitätsbetriebs, Florian Zerzer, gestern Vormittag. <BR /><BR />Der Schritt sei aufgrund von Verdachtsfällen erfolgt, die sich aus Recherchen des Sanitätsbetriebs ergeben hätten. Zum Teil seien positive Testergebnisse eingetragen worden, obwohl keine entsprechenden Tests durchgeführt wurden. Zum anderen habe man an einigen Testorten auffällig viele positive Tests festgestellt. <BR /><BR /><b>Meldung an Staatsanwaltschaft</b><BR /><BR />Bei den gesperrten Zugängen handelt es es sich um Schnittstellen zur Dateneingabe. Insgesamt gibt es 3000 davon. Gesperrt wurden laut Zerzer die Zugänge von von Privaten wie Privatärzten und Apothekern, aber auch von Mitarbeitern des Sanitätsbetriebs. Einige Fälle wurden aufgrund von Abweichungen bei der Art der Dateneingabe, deren Zeitpunkt und Zeitfolge an die Staatsanwaltschaft gemeldet, hieß es.<BR /><BR />Hinweise waren – wie berichtet – aus dem Bildungsbereich eingegangen, wo nach den Feiertagen sehr viele Genesene festgestellt wurden. Im Raum steht der Verdacht, dass Tester falsch positive Tests ausstellen. Tage später werden Betroffene mit PCR negativ getestet und gelten als genesen – ohne je Corona zu haben.<BR /><BR /><b>Verdeckte Ermittler</b><BR /><BR />Um den Tricksern auf die Spur zu kommen, bestätigt Landesrat Thomas Widmann auch den Einsatz von verdeckten Ermittlern. Als normale Bürger getarnt, sollen sie Testern, die im Verdacht stehen, falsch Positive zu attestieren, unter die Lupe nehmen. Vorbild sind „Mystery Checker“ im Gastgewerbe, die sich verdeckt als Gäste einmieten, um die Qualität des Hotels zu kontrollieren.<BR /><BR />Harte Seiten zieht der Sanitätsbetrieb auch gegenüber Impfverweigerern auf, die in Begleitung von „Vertrauenspersonen“ (oft suspendierte Mitarbeiter des Sanitätsbetriebs) als vermeintlich Impfwillige in den Impfzentren auftauchen. Dort bombardieren sie die Anamnese-Ärzte mit Fragen, ohne an Antworten interessiert zu sein, legen Impflinien lahm und werden aggressiv. Allein am Samstag mussten in der Messe 2 Mal die Carabinieri anrücken. „Jetzt erstellt unsere Rechtsabteilung eine Handreiche für die Mitarbeiter in den Impfzentren“, so Zerzer. <BR /><BR /><b>„An die Justiz melden“</b><BR /><BR />Marco Cappello, Chef der Rechtsabteilung, unterstreicht die Wichtigkeit der Anamnese. Forderungen von Personen, die jedoch offensichtlich keine Impfabsicht haben, sondern vielmehr den Impfbetrieb blockieren, seien nach Absprache mit der Rechtsabteilung „an die Justiz“ zu melden. „Nötigenfalls sind die Ordnungshüter einzuschalten, um den Straftatbestand einer Störung eines öffentlichen Dienstes laut Paragraph 340 des Strafgesetzbuches zu bewerten“, sagt Cappello.<BR />