Der Erdölingenieur Peter Abram aus Bozen arbeitet für Shell in Kuwait und wohnt in Kuwait City. Dort gingen vorgestern gegen 12 Uhr mittags die Flugabwehrsirenen los: „Zuerst dachte ich, es ist vielleicht eine Übung. Nach zwei Minuten hörte ich die erste dumpfe, tiefe Explosion. Es folgten insgesamt über 30 weitere Explosionen aus dem Westen des Landes innerhalb von einer Stunde. Der Luftalarm dauerte rund zwei Stunden“, berichtet er vom Beginn der Luftattacken. Doch auch die Nacht auf Sonntag war „unruhig: Immer wieder Luftalarm und immer wieder Explosionen“. Auch gestern. <BR /><BR />Kuwait hat die drittgrößte Militärbasis der USA in der Golfregion, ein Teil der Militärbasen befindet sich im Westen des Landes, rund 60 Kilometer von Kuwait City entfernt. Sie ist eines der iranischen Ziele. Abram weiß: „Die Explosionen rühren von der amerikanischen Luftabwehr her, die die iranischen Raketen abfangen.“ <BR /><BR />Bei den Attacken vorgestern wurde auch der zivile Internationale Flughafen von Kuwait von iranischen Drohnen angegriffen und zum Teil leicht beschädigt; er ist bis auf Weiteres gesperrt. Für Abram selber macht das derzeit noch keinen Unterschied. Er gehört vor Ort zum sog. „kritischen Personal“, ist also unabkömmlich. „Wir werden vorerst nicht von Shell ausgeflogen“, sagt er. Und: „Ich hoffe, es hört bald auf.“<h3> Auf Heimreise in Doha gestrandet</h3>Karin Obertimpfler und ihr Mann Hannes Peintner aus Bozen waren vorgestern auf dem Rückflug von Südafrika über Doha nach Venedig. Über Kuwait ist der Flieger plötzlich umgedreht und zurück nach Katar geflogen. Dort ließ man die Passagiere zunächst im Flugzeug warten – „mit null Infos. Dann hieß es aussteigen. Dann kam irgendwann die Info, dass der Luftraum überall gesperrt ist wegen der Angriffe“, berichtet Hannes Peintner. Das Bozner Paar saß auf dem Flughafen fest. <BR /><BR />Da hieß es die längste Weile rumsitzen und „hoffen, ein Hotelzimmer zu ergattern oder eigentlich zuerbetteln.“ Mit Geduld und Nachdruck bekam das Paar gegen 23 Uhr ein Zimmer. „Im Hotel sagte man uns, sie wecken uns um 5 Uhr, wenn das Flugzeug startet. Aber nix, der Luftraum ist weiter gesperrt und keiner weiß, wie lange“, erzählt er weiter. Und so sitzen nun auch sie in Doha fest. Auch sie dürfen das Gebäude nicht verlassen, „außer zum Supermarkt in der Nähe“. <BR /><BR />Den „Kriegslärm“ bekommt das Paar dennoch mit: „Wir haben vom Hoteldach aus die Explosionen gehört“, sagt Peintner. Heute wollen die beiden über das Konsulat in Doha an Informationen und im besten Fall eine Heimreisemöglichkeit kommen. <BR /><BR />Update: Laut Informationen von STOL haben Südtiroler Reisende in Doha heute Morgen per Handy eine Mitteilung, wonach sie sich an einem sicheren Ort aufhalten und diesen vorerst nicht verlassen sollen. Von Doha aus sollen zudem heute keine Flüge starten.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1283115_image" /></div> <h3> Egal wohin, nur raus aus dem Oman</h3>Auch „Dolomiten“-Praktikantin Miriam macht sich Sorgen, wie sie aus ihrem Urlaub wieder nach Hause zurückkommt. Zusammen mit einer Freundin ist sie derzeit im Oman, am Dienstag wäre der Rückflug gebucht gewesen. „Wir sind gerade am Flughafen und versuchen, noch einen früheren Flug zu kriegen, ganz egal wohin in Europa“, erzählt sie am Telefon. Doch so wie sie wollen derzeit die meisten Urlauber nur noch eines: weg vom Persischen Golf. <BR /><BR />„Hier ist alles voll, viele Leute sind am Schalter, um noch ein Ticket zu ergattern“, berichtet Miriam. Ansonsten sei im Oman aber alles normal, Angriffe gebe es keine und man könne auch ganz normal aus dem Hotel rausgehen. „Aber man merkt, alle sind irgendwie angespannt.“<h3> Statt Urlaubsfreuden Ausgangssperre</h3>Christian aus Bozen ist erst am vergangenen Freitag mit seiner Frau nach Doha geflogen – und kaum angekommen, sitzen die beiden nun in ihrem Hotel fest: Denn seitdem vorgestern die Luftangriffe starteten, herrscht „Ausgangssperre“. „Eigentlich sollten wir das Hotelgebäude gar nicht verlassen, nicht einmal, um an den hoteleigenen Strand zu gehen“, erzählt er. Aber auch wenn man raus dürfte, „es ist alles geschlossen, jedes Museum, alle öffentlichen Einrichtungen, auch die Schulen. Die Straßen sind menschenleer.“<BR /><BR /> Was ihm zu schaffen macht, ist die Ungewissheit: „Wir fühlen uns hier schlecht informiert, örtliche Nachrichten sind auf Arabisch. Und über das Hotel oder die Botschaft haben wir keine Informationen bekommen, wie es weitergeht“. Für alle Fälle haben die beiden schon mal ein Notfallgepäck geschnürt, sollte es zu einer übereilten Evakuation kommen. <BR />Am Donnerstag wollte das Ehepaar wieder zurückfliegen, für heute hat es geheißen, gibt es dazu Neuigkeiten. <BR /><BR />Angst, so sagt er, hat er nicht. Wobei es schon ein beunruhigendes Gefühl sei, „wenn man mitten in der Nacht von der Warnmeldung auf dem Handy geweckt wird, weil mit Luftangriffen zu rechnen ist“. Bislang seien aber alle Raketen abgefangen worden und nichts Ernstes passiert. Dennoch: „Ich wäre jetzt lieber daheim in Bozen“, gesteht Christian.<BR /><BR />Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung des Nahost-Konflikts ein?<BR /> Stimmen Sie ab in der heutigen Frage des Tages:<BR /><BR /> <div class="embed-box"><div data-pinpoll-id="464373" data-version="v2"></div></div>