Samstag, 30. April 2016

Erst Flirt, dann Erpressung

Auch in Südtirol fallen immer mehr Männer auf fiese Nacktbilder-Tricks herein. Die Bozner Staatsanwaltschaft spricht von 2-3 Anzeigen pro Woche von Personen, die über Facebook mit Sexvideos erpresst werden.

Mit Nacktbildern einer hübschen Frau werden die Männer geködert, und dann erpresst.
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Mit Nacktbildern einer hübschen Frau werden die Männer geködert, und dann erpresst.

Weil sie dem erotischen Kick nicht widerstehen konnten, sich ihrer neuen Facebook-Freundin über Skype nackt zu zeigen, sind etliche Jugendliche und Männer auf skrupellose Erpresser hereingefallen. Bis zu 5000 Euro forderten diese, um das Sexvideo nicht ins Netz zu stellen. Die Bozner Staatsanwaltschaft ermittelt. 

2 bis 3 Anzeigen pro Woche trudeln derzeit bei der Staatsanwaltschaft ein. Jeder Fall wird gewissenhaft geprüft, doch die Chancen, die Erpresser zu schnappen, sind minimal. Denn die Täter "verwischen" ihre Spuren.

Der Begriff Sexting besteht aus den Wörtern „sex“ und „texting“ und steht für das Austauschen intimer Fotos und Videos von sich selbst übers Internet – nicht illegal, aber gefährlich, wenn man nicht weiß, in wessen Hände die Aufnahmen geraten.

Die Methode der Täter ist immer dieselbe: Das Opfer erhält eine Freundschaftsanfrage über Facebook. Das Profilfoto der potenziellen Freundin zeigt eine hübsche junge Frau. Akzeptiert das Opfer die Anfrage, wird es in einen Chat verwickelt, der schon bald erotische Züge trägt. Es dauert nicht lange, bis man sich auch über Skype „näher kommt“. Die Freundin zieht sich vor laufende Kamera aus oder befriedigt sich sogar selbst. Und schließlich wird der Mann umgarnt, damit er dasselbe tut.

Jetzt schnappt die Falle zu: Das Opfer erhält die lapidare Mitteilung, dass alles aufgezeichnet wurde. Damit das private Nackt- bzw- Sexfilmchen nicht im Internet landet, soll der Betroffene zahlen – bis zu 5000 Euro sollen die Täter schon verlangt haben.

Keiner der Südtiroler, die Anzeige erstattet haben, hat gezahlt. Ermittelt wird in allen Fällen wegen Erpressungsversuchs. Ob die pikanten Videos wirklich ins Netz gestellt werden oder ob die Täter nur bluffen, ist vorerst offen.

stol/rc

stol